Südweststadt

Ab der zweiten Hälfte des 19. Jhdts. begann die Entwicklung der Südweststadt, rasches Wachstum erfolgte vor allem in der Gründerzeit. Um die Jahrhundertwende wuchs der Stadtteil nach Süden bis zur Südendstraße.  Ein weiterer Ausbau erfolgte bis zum Einschnitt des ersten Weltkriegs. In den Jahrzehnte um die Jahrtausendwende 2000 wurde  v. a. der Bereich westlich der Brauerstraße ausgebaut.
Die Südweststadt umfasst heute das Gebiet zwischen Kriegstraße im Norden, Ettlingerstraße im Osten, Hauptbahnhof, Ebertstraße und Europabad im Süden und Eisenlohrstraße im Westen.

Bilder ohne Datum vom März 2008


Eingang Hauptbahnhof
Gegen Ende der Jugendstilzeit wurde der Hauptbahnhof gebaut. Er erinnert mit seiner streng gegliederten, mit geometrischen Ornamenten geschmückten Fassade an den Wiener Jugendstil. Das Vordach wurde gegen Ende des 20. Jhdts. hinzugefügt.
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Nachtrag 2011

   
So erfreulich die zunehmende Nutzung des Fahrrads ist, so unerfreulich ist aber auch das gedankenlose Abstellen der Räder im Eingangsbereich des Bahnhofs. Mittlerweile ist fast ein Drittel des Haupteingangs mit Fahrrädern vollgestellt. Für ankommende Besucher Karlsruhes kann man sich einen besseren ersten Eindruck von der Stadt vorstellen . . .
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Detail der Hauptfassade


Hinweisschild beim Haupteingang

  
Die Bahnhofshalle wird durch zwei Tonnengewölbe, die sich rechtwinklig schneiden (Kreuzgratgewölbe) gebildet.Das großzügige Innere wird durch die diversen Kioske nicht gerade verschönert.
Veränderungen


Ein größerer Laden wurde im westlichen Seitenflügel eröffnet. Die Reklame der badischen  "Karlsruher Versicherungen" (s. o. linkes Bild) wurde nach der Fusion mit der "Württembergischen Versicherung" zum Konzern "Wüstenrot &Württembergische AG" mittlerweile leider geändert.


Der zentrale Platz ist (momentan?) frei von Kiosken, nur im Eingangsbereich gibt es noch einige. Die Bahnhofshalle wirkt jetzt großzügiger.


Bahnhofrückseite - von der Schwarzwaldstraße
Zwischen Bahnhof und Schwarzwaldstraße befindet sich ein großes unbebautes Grundstück, auf dem ein repräsentatives Gebäude am südlichen Stadteingang erwünscht ist. Allerdings hat sich bis heute (2011) noch kein Investor gefunden . . .

   
Der Südeingang des Bahnhofs ist mit dem Haupteingang durch eine Unterführung, die auch zu den Gleisen führt, verbunden.


Blick über den Bahnhofsplatz in die Bahnhofstraße
Die Platzbebauung wurde im Anschluss an den Bahnhofsbau bis 1915 von Vittali durchgeführt.

  
     Dienstleistungen und Wohnen                         Bahnhofplatz                               Hotel und Kaffee                       


Blick über den Bahnhofplatz zu den Kolonnaden des Stadtgarteneingangs und zum Schlosshotel.
Durch die Neugestaltung des Vorplatzes  ist zwar ein einheitlicher neoklassizistischer Platz entstanden - aber vielen Karlsruhern erscheint er etwas zu steril . . . .
Seit Anfang des Jahres 2009 ist im Zuge des barrierefreien Zugangs zu den Straßenbahnen eine weitere Umgestaltung vorgesehen, was eine intensive Diskussion über das zukünftige Aussehen des Platzes ausgelöst hat. Deshalb führt diese Sprungmarke
zu weiteren Bildern vom Bahnhofplatz.


Bahnhofsplatz: Eingangsbereich von Stadtgarten und Zoo


Informationsschild im Durchgang der Kolonnaden


Der Stadtgarten

Innerstädtisches Erholungsgebiet mit Zoo - mehr Bilder gibt es hier.


Ehemaliges Tullabad. Blick von der Ettlingerstraße
An den Stadtgarten grenzt im Osten das denkmalgeschützte Tullabad an. Auch dieses Bad wurde im Zuge des Baus des sogenannten Spaßbads Europabad geschlossen. Das Gebäude soll in absehbarer Zeit für den Tiergarten umgenutzt werden. Nachdem die Planungen des Umbaus wegen zu hoher Kosten 2010 zunächst stagnierten, hat  anscheinend durch den Großbrand im Zoobereich (November 2010) mit der Vernichtung des Streichelzoos und der daraufhin einsetzenden Spendenbereitschaft von Bürgern und Institutionen ein Umdenken eingesetzt: im Januar 2011 hat der Gemeinderat den Umbau des ehemaligen Schwimmbads in ein Exotenhaus - nun allerdings mit einem reduzierten finanziellem Aufwand - beschlossen.


Bahnhofstraße: Links Stadtgarten und Zoo, rechts Wohnhausblock aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts


Am Südende der Bahnhofstraße befindet sich neuerdings eine Ladestation für Elektroautos.


Klosestraße 3 - 9
In dieser westlichen Parallelstraße zur Bahnhofstraße findet man mehrere interessante Häuser. Auffällig sind zunächst die diesen vier Mietshäusern von 1927 gemeinsamen - von verzierten Säulen getragenen - Balkone.


Klosestraße 25 -31

                                      
Interessant sind Details wie die dreieckige Einteilung der Oberfenster, das durchlaufende Schmuckband unter dem Fenstergesims im zweiten Obergeschoss, die hervorspringenden Lichtöffnungen über den Eingangstoren oder die sternförmigen Fenster des Haustors im linken Bild.

      
Die Beiertheimer Allee - ein Grünstreifen im Bereich eines Arms des ehemaligen Kinzig-Murg-Stroms.
Die Mulde des ehemaligen Flußlaufs ist auf dem rechten BIld deutlich zu erkennen. Da das feuchte Niederungsgebiet noch unbebaut war, verlief hier früher auch eine Bahnlinie zum alten Bahnhof (auf den Gelände des heutigen Staatstheaters).

   
Blick von Bahnhofstraße          Verwaltungsgebäude der KLV - Karlsruher Lebensversicherung          vom Beiertheimer Wäldle
Die "Karlsruher" hat mit den "Württembergischen Versicherungen" fusioniert, und gehört nun  zum Konzern Wüstenrot &Württembergische AG.


Das Polizeipräsidium - Beiertheimer Allee/Mathystraße
Das ehemalige Gebäude des Katholischen Oberstiftungsrats ist im Stil des Historismus - mit besonderem Anklang an die Romanik - erbaut


Fassade des Polizeipräsidiums - Ecke Beiertheimer Allee/Mathystraße


Feuerwache - Ecke Mathystraße/Ritterstraße


Hinweisschild an der Feuerwache
Da die Hauptfeuerwache die heutigen Bedürfnisse der Feuerwehr nicht mehr erfüllt, soll demnächst im Osten der Stadt ein neues Feuerwehrzentrum entstehen. Beim Kreisel am Ende der Ludwig-Erhard-Allee soll in der Wolfartsweierer Straße ein eindrucksvolles Bauwerk als eine Art Wahrzeichen der Stadt entstehen.

  
Goethe-Gymnasium Renckstraße
Das monumentale Gebäude aus Buntsandstein  wurde im Stil der Neorenaissance (Historismus)
1908 erbaut.


Blockrandbebauung Ecke Renckstraße/Gartenstraße (links)
Dieser interessante Wohnblock von 1926/27 (Architekt Zippelius) ist in manchen Bereichen (s. u.) von der Architektur des alten Ägyptens beeinflusst.


Säulenverzierter Hauseingang Renckstraße 1




Hauseingang August-Dürr-Straße


Im "Alten Brauhof" an der Mathystraße
Auf dem Gelände der früheren Brauerei
Schrempp-Printz wurden Wohnblöcke errichtet

    
Innenhof mit Spielplatz                                                    Nebenstraße im Alten Brauhof


Kreuzung Karl- / Mathystraße: Wohnblock mit vorgesetzter Ladenzeile an der Karlstraße


Die Neuapostolische Kirche
in der Karlstraße


Kreuzung Karl-/Gartenstraße
Eine Reminiszenz an den 2. Weltkrieg ist diese kaum noch leserliche Inschrift "Zum Sammelplatz".


Klauprechtstraße 1
Eine weitere Erinnerung an die Bombenangriffe im 2. Weltkrieg ist dieser Hinweis auf einen Luftschutzraum im Hof des Gebäudes.


Ecke Gartenstraße/Redtenbacherstraße
Auch dieses Haus erinnert wohl noch an den 2. Weltkrieg und die Luftangriffe auf Karlsruhe: Die Werksteine aus Buntsandstein und die horizontalen Zierstreifen im Erdgeschoss und im rechten Bauteil deuten darauf hin, dass hier ein prächtiges Haus bei einem Angriff teilweise zerstört und in den Nachkriegsjahren bald auf den erhaltenen Mauern wieder aufgebaut wurde. Das kleine Bild rechts zeigt die in Höhe der Fensterunterkante des ersten Obergeschosses verlaufende Grenze im unterschiedlichen Mauerwerk deutlich.


Hirschbrücke über Straßenbahn und Mathystraße (ehemalige Rheinbahnstraße)
Hier verliefen früher Bahnlinien (s.u.) zum damaligen Hauptbahnhof (am Platz des heutigen Staatstheaters). Die Hirschbrücke wurde zur leichteren Erreichbarkeit der (südlichen) Südweststadt gebaut.

   
Stützen und Tragwerk der Eisenbrücke                                          Hinweisschild auf frühere Bedeutung

  
Überquerung der Jollystraße (hinten)                                                      Blick nach Osten auf die Trasse


Ein imposantes Gebäude findet sich an der
Ecke Mathystraße/Otto-Sachs-Straße.
Das Sandsteingebäude mit der interessanten Ecklösung wurde Ende des 19. Jhs als Luisenschule erbaut und gehörte später dem Badischen Frauenverein.  Nach unterschiedlicher Nutzung steht das Haus im Winter 2010 leer. Durch eine Sanierung werden 2011 in dem Eckhaus v.a. moderne Wohnungen geschaffen. In der rechts anschließenden Baulücke sollen wohl neue Wohnungen entstehen.


Hinweisschild an obigem Gebäude


Ehemaliges Wasserwerk - Ecke Otto-Sachs-Straße/Gartenstraße


Hinweisschild am ehemaligen Wasserwerk/Archiv
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Viele interessante Gebäude aus der Gründerzeit in historisierendem Stil, oft auch mit Jugendstilanklängen, findet man besonders im Bereich  zwischen Karl- und Brauerstraße. In der Folge einige Beispiele


Kreuzung Hirsch/Klauprechtstraße


Hirschstraße 91/93

           
Links: 1900 erbaut, Hirschstraße 126 mit verschnörkelten Initialen (
WST) des Bauherrn                                                                           
                                                       Rechts:
1904 erbaut, Hirschstraße 105 mit Rosensträuchern von einen Halbkreis überlagert


Vorholzstr/Blick in Boeckhstraße


Ornamentaler Hauseingang: Ausschnitt aus dem vorigen Bild (linke Seite)


Die evangelische Matthäuskirche in der Vorholzstraße
Das bemerkenswerte Baudenkmal im Zeichen von Bauhaus und Expressionismus wurde wegen des sparsamen Bauens in der Nachkriegszeit als "Notkirche" bezeichnet.


Brauerstraße - Blick nach Süden
Nach dem Abriss von nicht mehr genutzten Industriegebäuden konnte die Straße in eine leistungsfähige Verkehrsachse von Norden nach Süden umgebaut werden. Mit dem Überqueren der Straße nach Westen ändern sich Funktion und Bild der Südweststadt, es dominieren hier jetzt Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe.


Agentur für Arbeit: Berufs-Informations-Zentrum.  Im Hintergrund rechts die Techniker Krankenkasse


Von der Patronenfabrik zum Internationalen Kulturzentrum
Zunächst war hier die Deutsche Metallpatronenfabrik.  Die riesige Fabrikhalle von 1915 gehörte zur  "Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik" aus Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg produzierte man bis Ende der 70er Jahre  als IWKA (Industriewerke Karlsruhe-Augsburg) Maschinenteile. Der Bau aus der Übergangszeit zwischen Historismus und Funktionalismus steht unter Denkmalschutz.
Heute befinden sich in dem Gebäude das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), das Museum für Neue Kunst, das Medienmuseum, die Städtische Galerie Karlsruhe und die Staatliche Hochschule für Gestaltung.

   
Städtische Galerie Karlsruhe                                                                  Museum für neue Kunst


  Der vorgesetzte Glaskubus des ZKM dient als modernes Gegenstück zur älteren Industriearchitektur.


Haupteingang ZKM
Die grüne Gedenktafel (s. u.) rechts erinnert an die Zwangsarbeiter, die während des letzten Krieges hier arbeiten mussten.






Der Filmpalast
Hier gibt es 10 Kinos und mehrere Restaurants. Parkplätze bietet eine Tiefgarage.


Bundesanwaltschaft
Neben Filmpalast und ZKM befindet sich das burgartige Dienstgebäude der Bundesanwaltschaft.

Steinhäuserstraße
   
St. Vincentius Krankenhaus                                                     Carl-Benz- und Carl-Engler-Schule

   
Lebenshilfehaus
Das farbenfrohe Haus bietet Menschen mit Behinderungen praktische Lebenshilfe. Es beinhaltet ein Beratungs- und Begegnungszentrum und eine integrative Kita, d.h. eine Kindertagesstätte für Kinder mit und ohne Handicap.

  
Städt. Bürgerbüro und ADAC

 
Europahalle für Sport, Konzerte und sonstige Veranstaltungen


Europabad - ein Spaßbad mit diversen Attraktionen
Wegen des Baus dieses Bades wurden zum großen Ärger vieler Bahnenschwimmer mehrere Hallenbäder in Karlsruhe geschlossen. Allerdings machte das Spaßbad der Stadt zunächst (Feb. 2009) gar keinen Spaß mehr, denn nach beträchtlicher Überschreitung der Baukosten wurden die angepeilten Besucherzahlen vorläufig nicht erreicht. Die Situation scheint sich jedoch im Jahr 2010 allmählich zu verbessern.



Altes St. Vincentius-Krankenhaus an der Südendstraße
Das Krankenhaus gehört zu den St. Vincentius-Kliniken Karlsruhe. Ein Vorgängerhaus - damals das "Alte Vincentius" genannt - lag an der Ecke Kriegs-/Karlstraße. Das abgebildete, dann "Neue Vincentius" wurde um die Wende zum 20. Jhdt. gebaut und im Lauf der Jahrzehnte mehrfach umgebaut und erweitert.
Nun ist dieses Haus  nach dem Abriss des ganz alten Krankenhauses und dem Bau eines "Neuen Vincentius" (1973)  an der Steinhäuserstraße das "Alte Vincentius". Das Krankenhaus lag - wie die Lage an der Südendstraße (Name!) schon andeutet - bei seiner Eröffnung am Rand der Stadt im Beiertheimer Feld.



Günther-Klotz-Anlage
Weite Bereiche des ehemaligen Beiertheimer Felds am Westrand der Südweststadt sind heute ein innerstädtischer Erholungsbereich. Die Schilder am Albufer sind Erklärungen zu einem Gewässererlebnispfad, der im Rahmen von Renaturierungsmaßnahmen angelegt wurde.

  
Die Alb ungefähr in Höhe des Europabads


Auch Fischreiher fühlen sich hier wohl.


Ruderbootsee in der Günther-Klotz Anlage
Die gedeckte Brücke, die zu der Ruderbootsinsel führt, ist eine alte Brücke über die Alb, die hierher versetzt wurde.

  
Kleingärten im nördlichen Beiertheimer Feld
Zwischen der Straßenbahnlinie nach Oberreut (linkes Bild) und der Eisenlohrstraße (Weststadt) befinden sich im Rest des Beiertheimer Felds noch viele Kleingärten. Dieses stadtklimatisch bedeutsame Grüngebiet wird durch Spazierwege als innerstädtisches Erholungsgebiet erschlossen.

Das Gebiet der Südweststadt um den Festplatz ist bei der innerstädtischen Exkursion eingefügt.
Bilder ohne Datum vom März 2008

Die meisten der gezeigten Gebäude/Orte kann man auf folgender Route sehen: Hauptbahnhof - Bahnhofstraße - Beiertheimer-Allee - Mathystraße - Jollystraße - Putlitzstraße - durch das Gebiet beim ZKM zur Ehrmannstraße - Steinhäuserstraße nach Süden - Hermann-Veit-Straße bis Europahalle/Europabad - zurück zur Steinhäuserstraße nach Norden - Südendstraße - Hirschstraße nach Norden bis Hirschbrücke
Variante: Vom Europabad (s.o) kann man einen Rundgang durch das Beiertheimer Feld (Günther-Klotz-Anlage, Kleingärten) anhängen

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