Die
eigentliche Oststadt liegt im
Dreieck zwischen Ludwig-Erhard-Allee (Kriegsstraße) im Süden und
Kapellenstraße / Karl-Wilhelm- / Haid-und-Neu-Straße im Norden und dem
Ostring. Im Norden erstreckt sie sich zwischen Adenauerring und
Rintheimer Querallee in
den Hardtwald (Südlicher Wildpark) bis zur Linkenheimer Allee. Im Süden umfasst sie noch den
östlichen Bereich des Container- und Rangierbahnhofs.
Die ehemalige Vorstadt entwickelte
sich ab dem
Ende des 19. Jhdts. u.a. auf dem
Gelände der Küchengärten des Schlosses zum heterogenen Industrie-
Gewerbe- Militär- und Wohngebiet. Heute hat der Stadtteil nach
dem weitgehenden
Rückzug der Industrie mit der Technologiefabrik, dem
Fraunhofer-Institut, dem Forschungszentrum für Informatik und dem im
Osten angrenzenden - zu Rintheim gehörenden - Technologiepark
bedeutenden Anteil an der Technologieregion Karlsruhe. Mit der
Musikhochschule entstand ein neues
kulturelles Zentrum im Bereich des innerstädtischen Erholungsgebiets
Ostauepark. Die Fläche des alten
Schlachthofs
soll in Zukunft zum Kreativpark ausgebaut werden.
Ein
Routenvorschlag folgt am Schluss. Die meisten Bilder ohne Datum sind vom
April 2008.
St. Bernharduskirche am Durlacher Tor
Die
katholische Kirche wurde Ende des
19. Jhdts zur Zeit des
Historismus im neugotischen Stil erbaut. Sie bildet den Abschluss der
Kaiserstraße nach Osten und den Anfang der Oststadt. Der Monumentalbau
steht allein auf einem etwas erhöhten Platz. Seit 2006 wurde die
Außenfassade renoviert. Die Sanierung des Turms ist bereits
abgeschlossen. Bei den Arbeiten am Kirchenschiff stellte sich heraus,
dass auch das gesamte Dach erneuert werden muss. So dauerte die
Renovierung länger als vorgesehen.

St. Bernhard nach der Renovierung
Lutherkirche
Die
evangelische Lutherkirche ist ein
Zentralbau mit mächtigem,
seitlichen Turm. Anfang des 20. Jhdts erbaut, ist sie - angelehnt an
den
romanischen Stil - ein
herausragendes Werk des Jugenstils in seiner geometrischen Ausprägung.
Im Gegensatz zur Kirche St. Bernhard ist sie direkt in ihr Umfeld
integriert, das Pfarrhaus und Gemeinderäume sind (hinten) an die Kirche
angebaut.
Turmdetail
Eingangshalle mit Jugendstilornamenten
Melanchthonstraße 4 und 3 und 2 (ganz
rechts)
Die
interessanten Bauwerke der
Melanchthonstraße rahmen die
Lutherkirche teilweise ein. Obwohl die Häuser alle zwischen 1901 und
1904 gebaut
wurden, überraschen sie mit unterschiedlichem Stil.
Melanchthonstraße 4
(1904)
Melanchthonstraße
3
(1901)
Neugotisches Maßwerk und
Sonnengiebel
Reiche florale
Ornamente des Jugendstils
Melanchthonstraße 3
Jugendstil
Balkongeländer
Initialen
des
Bauherrn
P.
Schumacher
Georg-Friedrich-Straße 24
Besonders die schönen
Jugendstilbalkone fallen auf.
Blick in Ludwig-Wilhelm-Straße an der
Kreuzung mit der
Georg-Friedrich-Straße
Hier hat sich ein kleines
Geschäftszentrum entwickelt.
Blick von der oben gezeigten Kreuzung
in die Gerwigstraße
Gasthaus Krone, Rintheimerstraße 2.
Um1910 in neoromanischem Stil mit
Jugendstilanklängen erbaut
Gasthaus "Zur Krone" Details
Ornamental geschmückter Hauseingang
der Krone
Ecke Haid-und Neu-Straße und
Parkstraße
Das Eckhaus zeigt neben den
Jugendstilbalkonen (s.u.) jugenstiltypischen
Materialwechsel von Klinker, Verputz und Sandstein
Die Möglichkeiten des Schmiedeeisens
wurden hier für die
Jugendstilornamente genutzt.
Haid-und Neu-Straße 8
Das symmetrische
Jugendstilgebäude wurde von 1904 - 1906
von F. Wolff gebaut.
Technologie-Fabrik in der
Haid-und-Neu-Straße
In den
ehemaligen Fabrikgebäuden von Haid und
Neu/Singer (Nähmaschinen) befindet
sich seit Ende des 21. Jhdts das Gründerzentrum der Technologie-Fabrik.
Seit 1898 braut Hoepfner in der
Oststadt Bier.
Privatbrauerei Hoepfner - Gaststätte
Burghof
Wie
früher üblich, wurde die
industrielle (Bier-) Produktion in
monumentaler Architektur "versteckt". Der gesamte Komplex entstand
damals
im Neorenaissancestil des Historismus.
Eingangsbereich Brauerei Hoepfner - der hohe Turm erinnert an
Schloss Neuschwanstein.
Das alte Malzwerk
Die ehemaligen Malztennen werden 2011
in ein Zentrum für Hi-Tech-Unternehmen umgebaut
Hauptfriedhof - Grabkapelle
Nach italienischem Vorbild baute J.
Durm 1874 - 1876 im Stil der
Neorenaissance die Kapelle und die den Hof umgebende Gruftenhalle.
Durm schuf einen Parkfriedhof mit
unregelmäßigen Wegen und Grabfeldern
Eine Besonderheit des Friedhofs ist ein Bereich mit monumentalen Familiengruften,
in denen Sinti und Roma begraben sind.
Ehemalige Produktionsgebäude von
Wolff & Sohn
Die Firma produzierte u. a. Kaloderma
Hautcreme. Heute wird das Gebäude
von der Polizei genutzt.
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Nur noch wenige Gebäude erinnern an
den alten Viehhof und den gegenüberliegenden Schlachthof an der
Durlacher Allee.
Blick von der Durlacher Allee über
das Gelände des ehemaligen Viehhofs zur früheren Schweinemarkthalle
Vorderseite Die ehemalige Fleischmarkthalle im
alten Schlachthof an der Durlacher
Allee
Rückseite
Das Buntsandsteingebäude mit weit überstehendem Dach kann heute als
Veranstaltungsraum genutzt werden.

Rückseite der Fleischmarkthalle
Der
gesamte Bereich des ehemaligen Schlacht- und Viehhofs soll bis 2015 in
einen Raum für Kunst und Kreativität umgewandelt werden.
Neubau des Kulturzentrums Tollhaus im Gebiet des
ehemaligen Viehhofs
Rockmusikclub Substage
Nachdem das Substage
(früher Subway) lange Zeit in der ehemaligen Unterführung am
Ettlinger-Tor-Platz zu finden war, musste es wegen der Bauvorhaben im
Zuge der
Kombilösung den
Ort wechseln. Mit dem Umbau der alten Schlachthalle hat das Substage
seine neue Heimat gefunden.

Die Alte Hackerei
Im alten Kühlhaus des Schlachthofs hat sich eine Punk-Rock-Bar
etabliert.

Das Filmhaus an der Schlachthausstraße
In einem weiteren der alten Schlachthausgebäude befinden sich jetzt
Firmen aus dem Film und Medienbereich.
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Das Schloss Gottesau
im Ostauepark ergänzt den
Kreativpark im Westen.
Schloss Gottesau - Rückseite
Auf
dem Gelände des ehemaligen Klosters
Gottesaue baute Markgraf Ernst Friedrich Ende des 16. Jhdts. ein
kleines Renaissance-Schloss. Dieses Bauwerk brannte im 17. und 18.
Jhdt. ab, wurde baulich verändert (nur noch zweistöckig) wieder
aufgebaut und hatte im Lauf der Zeit unterschiedliche Funktionen z.B.
als Verwaltungsgebäude, Gutshof, Artilleriekaserne, Mietswohnhaus
oder Polizeischule.1944 wurde das Bauwerk weitgehend zerstört (s. u.) ,
Teilabbrüche waren wegen der Einsturzgefahr nötig. Heute befindet sich hier die Hochschule
für Musik Karlsruhe.
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Lohfeldsiedlung
Eine
Besonderheit der Oststadt ist die
Lohfeldsiedlung mit der Lohfeld- und der Hennebergstraße.
Lohfeldstraße
Hennebergstraße
Unsanierte Gebäude im Frühjahr 2008
Angeregt
von
der
"Gartenstadtidee"
errichtete
die
Stadt
nach dem Ende des 1.
Weltkriegs eine Gartensiedlung mit sehr einfachen, kleinen
Reihenhäusern mit Vorgärten und rückwärtigen
Nutzgartenflächen, die einen großen Grünraum bildeten. Die
Häuser wurden nur großen Familien zugewiesen, die in den Nutzgärten
meist auch
noch Kleinvieh hielten. Die Siedlung war schnell überbevölkert und litt
bald unter einem schlechten Ruf. Nach teilweisen Kriegszerstörungen
wiederaufgebaut, wurde später in die kleinen Häuschen nicht mehr
investiert und sie kamen mehr und mehr herunter, eine Sanierung
erschien nicht rentabel, so dass schließlich die Frage des Abrisses der
Siedlung im Raum stand.
Links
ein Beispiel der Lohfeldstraße, die Fenster der schmalen Häuser
hatten ursprünglich Fensterläden.
Rechts
die
Hennebergstraße,
wo
das
Obergeschoss
in
einer kostengünstigeren, holzverkleideten
Fachwerkkonstruktion ausgeführt wurde.
Sanierte Häuser in der Lohfeldstraße
Auf Initiative der
Bewohner der
Lohfeldsiedlung entschied man sich schließlich gegen den Abriss. Die
Häuser konnten in Privateigentum überführt werden, allmählich kam ein
Erneuerungsprozess in Gang. Leerstehende Häuser wurden
wiederhergerichtet, modernisiert, teilweise durch rückwärtige Anbauten
vergrößert und endlich wieder bewohnt. Die Lohfeldsiedlung ist nun ein
attraktives Wohngebiet mitten in der Stadt geworden, der Eindruck der
Siedlung hat sich zum Positiven geändert.
Sanierte Häuser in der Hennebergstraße
Grünraum zwischen Hennebergstraße
(hinten) und Lohfeldstraße. Deutlich
sind die Ausbauten hinter den kleinen Häusern und im Dachgeschoss zu
sehen.
Nachtrag zur Lohfeldsiedlung im
November 2008
Offensichtlich
konnten
doch
nicht
alle
Häuser
vor
dem
Abriss bewahrt werden. Die alten Häuser am
südlichen Ende der Hennebergstraße sind verschwunden - siehe
Vergleichspunkte braunes Haus hinten und Baum im Mittelgrund.

Auch
in der benachbarten Lohfeldstraße wurden die Häuser am Südende
abgerissen
(Vergleichspunkt Straßenschild). Es wird interessant sein, zu sehen,
wie
sich die bauliche Situation hier weiterentwickelt. Aus einem Hinweis in
der BNN vom 8. 12. 08 kann man schließen, dass die Gebäude abgerissen
wurden, um für neue Bürohäuser Platz zu schaffen, die dann später die
"Ludwig-Erhard-Allee zum urbanen Boulevard des Dienstleistungszentrums
Karlsruhe machen" sollen . . . .
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Der Alte Jüdische Friedhof in der
Kriegsstraße
Der
Friedhof an der nördlichen Parallelstraße
zur
Ludwig-Erhard-Allee wurde
Mitte des Jahres 1826 eingerichtet. Gebeine der auf dem
früheren jüdischen Friedhof beim Mendelsohnplatz (s. u.) Begrabenen
wurden
hierher umgebettet. Bis Ende des 19. Jhdts wude der Friedhof benutzt,
letzte Beerdigungen gab es Anfang der 30-er Jahre des 20.Jhdts. Der
Friedhof ist durch eine Mauer und ein Eisentor geschützt, das Bild
wurde durch eine Öffnung im Gitter des Tores aufgenommen.
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Hinweisschild an der Heinrich-Hübsch-Schule am Mendelsohnplatz
(Kriegsstraße)
Der Vorgänger des oben beschriebenen Friedhofs befand sich im Bereich
des heutigen Mendelsohnplatzes.
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Die alte Friedhofskapelle an der Kapellenstraße, heute Kirche der Ev. -
Lutherischen Gemeinde
(Pfeile auf dem Hinweisschild neben der Kapelle ergänzt)
Das Preußendenkmal (im Mittelgrund links) im alten Friedhof
Sandsteinplatte vom Sockel des
Denkmals
Das
Preußendenkmal von 1852 erinnert
an den Einsatz und Sieg der Preußen bei der badischen Revolution
1848/1849. (Ein Füsilier war
ein Schütze mit
einem Steinschlossgewehr, d.h. einem Vorderlader mit Feuerstein)
Preußendenkmal im Winter

Dieser Gedenkstein erinnert an die Toten des Theaterbrands von 1847.

Ausschnitt aus dem Hinweisschild neben der Kapelle
Wie
der Plan zeigt, wurde der
Friedhof später teilweise überbaut, ein großer Bereich
ist heute als Park mit
Kinderspiel- und Bolzplatz ein innerstädtischer
Erholungsraum.
In
einer
Ergänzung
werden
später
noch
weitere
Ziele in der Oststadt
hinzugefügt.
Der
folgende Routenvorschlag erreicht die meisten beschriebenen Standorte
der Oststadt:
Straßenbahnhaltestelle Durlacher Tor - Durlacher Allee an der Kirche
St. Bernhard vorbei bis zur Lutherkirche - durch die Melanchthonstraße
in die Georg-Friedrich-Straße nach Norden bis zum Karl-Wilhelm-Platz -
Haid-und-Neu-Straße nach Osten bis zum Hauptfriedhof - Hier kann man
die Besichtigung an der Straßenbahnhaltestelle Hauptfriedhof beenden.
Man kann die Route folgenderweise verlängern: Tullastraße -
Durlacher Allee nach Westen - nach Süden durch die Grünfläche zum
Schloss Gottesaue - nach Süden bis zur Straße "Am Schloss Gottesaue" -
weiter nach Westen am unechten Kreisel vorbei in die Parallelstraße der
L-Erhard-Allee - Lohfeldstraße - kurz Gottesauer Straße nach Westen -
Hennebergstraße - Kriegstraße/Ludwig-Erhard-Allee nach Westen -
Ostendstraße
- durch alten Friedhof zur Kapellenstraße - Straßenbahnhaltestelle
Durlacher Tor
Zum Ausgangspunkt
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