Daxlanden

Der Ort ist sehr alt. Schon um 1000 als Daherslar  erwähnt, später Daslar, ab dem 17. Jhdt. Daxlanden. Wegen Zerstörungen durch Rheinhochwasser musste die Siedlung mehrfach verlegt werden, 1651 wurde die Kirche vernichtet, immer wieder ging Ackerland verloren. Bis zur Rheinkorrektion lag Daxlanden auf einem Vorsprung zwischen der Albniederung und dem Fluss, es gab eine Fähre in die Pfalz, eine Schiffs- und Zollstation und einen Ausladeplatz für Güter. Viele Einwohner waren deshalb früher außer Bauern auch Schiffer oder Fischer.
1910 wurde Daxlanden  mit Gelände für den Hafenausbau eingemeindet. Die Ort wandelte sich von einem Bauern- und Fischerort zum Arbeiterwohnort.

Das Gelände des Vororts reicht heute von der B 36 im Osten bis zum Rhein im Westen.  Im Norden reicht es noch etwas über die Rheinhafenstraße bis zur Alb bei der Appenmühle und im Süden bis zur Gemarkungsgrenze von Karlsruhe.






Quelle: Karte des Deutschen Reiches 1 : 100 000,
Umgebung von Karlsruhe, Durlach, Ettlingen u. Rastatt,
Reichsamt für Landesaufnahme, Berlin (Zusammendruck 1941),
Veränderter Ausschnitt: in Anlehnung an Thürach (1912) wurden alte Rheinläufe türkisgrün, der begradigte Rhein und die Alb blau eingezeichnet.


Ein Routenvorschlag folgt am Schluss



Daxlanden Malvenstraße
Das alte Haus im Hintergrund steht deutlich höher als das rote Haus. Die alten Gebäude standen alle auf der höheren Niederterrasse, dem Hochgestade, um nah am Rhein, aber auch vor dem regelmäßigem Hochwasser des Rheins etwas geschützt zu sein. Das rote Haus liegt direkt am Hochufer und dem Tiefgestade (Vordergrund). Nach der Rheinkorrektion und dem Dammbau war nun auch diese tiefere Lage hochwassersicher.

  
Hochufer und Auwald
Zur Verdeutlichung der Lage Daxlandens hier noch einige Bilder. Das linke Bild zeigt das mehrere Meter hohe Hochufer, durch die Bäume sieht man ein Haus Daxlandens durchschimmern. Im Vordergrund blüht im Frühling der Bärlauch. Beim rechten Bild blickt man zur anderen Seite des Weges in den Auwald des Naturschutzgebiets Fritschlach, das weiter unten beschrieben wird.


Der linke Weg verdeutlicht noch einmal den Anstieg vom Tief- zum Hochgestade

Aber jetzt geht es erst mal mit dem Ort weiter.
  
Pfarrstraße 53                                                                                                          
Viele Häuser in Daxlanden stammen aus der Zeit vor der Gründung Karlsruhes, als die heute eingemeindeten Siedlungen noch selbständige Gemeinden waren. Dieses Fachwerkhaus wurde 1711 gebaut.
  

Malvenstraße
Dieses  Haus direkt am Hochufer ist wahrscheinlich das älteste Bauwerk Daxlandens.  Interessant ist die Einfügung von Lichtöffnungen in die Gefache der Obergeschosse - ohne den Eindruck des Fachwerkhauses zu  beschädigen.


Kirche St. Valentin
Auch die Valentinskirche ist eines der alten Gebäude Daxlandens. Sie wurde ab 1713 von Rohrer erbaut und 1835 durch Weinbrenner erweitert.


Heilig-Geist-Kirche
Die Kirche wurde 200 Jahre nach der Valentinskirche im neoromanischen Stil erbaut.




Rappenwörtstraße
Die Straße im älteren Teil Daxlandens wird von der Straßenbahnlinie zum Rheinstrandbad Rappenwört durchzogen.


Kleines Reihenhausensemble in der Holländerstraße 5 - 17
Der Name erinnert an die holländischen Rheinschiffer


Künstlerkneipe in der Pfarrstraße
Das ehemalige Gasthaus Krone stammt aus dem 19. Jhdt. und wurde mehrfach um- und ausgebaut. Zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jhdt war das Wirtshaus ein beliebter Treffpunkt von Karlsruher Künstlern, von denen noch Werke in den Gasträumen zu sehen sind. Aus dieser Zeit stammt der Name "Künstlerkneipe".


Goldgrundstraße
Die Bedeutung dieses Bilds liegt im Schild "Goldgrundstraße". Im Rhein wurde früher Gold gewaschen, das in winzigen Goldflittern von den Alpen bis in den Rheingraben transportiert worden war.  Besonders am Kopf neugebildeter Inseln im Strombereich lagerten sich die Goldteilchen ab. Mit der Rheinkorrektion verlagerte sich der Strom nicht mehr, es bildeten sich keine neuen Goldlagerstätten (Goldseifen) und die - schon immer nicht sehr ergiebige - Goldwäscherei im Rhein lohnte sich überhaupt nicht mehr. Die folgende Sprungmarke führt noch zu einigen Informationen zum Rheingold im 20. und 21. Jahrhundert.


Hochbunker Appenmühle in der Rheinhafenstraße 47
Der burgartige Bau (bergfriedartiger Turm am Eingang, schießschartenartige Fenster, an Zinnen erinnernde Dachkonsolen) wurde in der Mitte des Krieges erbaut. Auch das Ziegeldach (Tarnung?) ist bei einem Hochbunker etwas Besonderes. Der architektonisch interessante Bunker bot in drei Stockwerken den Bewohnern im Umfeld des Angriffsziels Rheinhafen Schutz. Heute dient er als Proberaum für diverse Bands.


Der kämpferische Reichsadler mit dem Schwert in einer Klaue symbolisierte einst Macht.
Ohne Kopf ist er ein Sinnbild des Niedergangs dieser Macht.


Rückwärtiger Kellereingang (Notausgang?) des Bunkers von der Albniederung aus.


Appenmühle
Die ehemalige Mühle ist heute Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr


Hinweisschildschild (oben und unten) bei der Appenmühle


Dto.
So sah die Appenmühle früher aus.


Appenmühle vom Unterwasser aus gesehen


Das Thomaswehr von 1830
Das Wehr staut das Wasser für den Gewerbekanal zur Appenmühle auf. Der Gewerbekanal zweigt links ab, die Alb fließt über das Wehr und die Fischtreppe weiter,



Nachtrag 2011
Die oben genannte Hoffnung scheint sich zu erfüllen, denn in der Alb zwischen Dammerstock und Weiherfeld hat man Laichplätze von Lachsen entdeckt.


Thomaswehr und Fischtreppe von unten
Das Thomaswehr gehört eigentlich zu Grünwinkel, aber wegen des direkten Zusammenhangs mit der Appenmühle wurde es hier behandelt.



An den Saumseen im Naturschutzgebiet
Das Natur- und Landschaftsschutzgebiet Fritschlach (Karte siehe unten) liegt in einer alten, verlassenen Schlinge des Rheins, an der früher das Dorf lag. Auwald, Schilfbestände und Wiesen prägen auch heute noch teilweise das Bild.


Alter Federbach, Blick von der Brücke (Karte unten Nr. 2) nach Süden
Durch einen Ableitungskanal  des Federbachs (Neuer Federbach) wurde hier früher weites Gebiet entwässert und Ackerland geschaffen. Heute durchzieht der Alte Federbach die ehemalige Rheinschlinge


Veränderter Ausschnitt aus einer Informationstafel an Punkt 2
Die Karte zeigt deutlich die Problematik des Gebiets: Das Naturschutzgebiet ist zerstückelt und ausgefranst, bildet teilweise nur einen schmalen Streifen zwischen dem Ort und dem Kleingartengelände in der Niederung. Das Landschaftsschutzgebiet wird von Straßen durchzogen und ist stellenweise bebaut. Die Seen sind alte Baggerlöcher (Sand oder Ton). Die Karte zeigt im Westen auch einen Altrheinarm, der die Insel Rappenwört umschließt.


Ehemaliges Baggerloch in der Fritschlach


Im Naturschutzgebiet Fritschlach


Bärlauch
Im Frühling blüht in den Wäldern der Rheinniederung überall der Bärlauch. Heutzutage wird er oft gesammelt und kulinarisch verwendet.


Knabenkraut
Auch Orchideen sind im Naturschutzgebiet zu entdecken.


Neuer Federbach
Der Neue Federbach im Kastenwört ist die Ableitung des ursprünglichen Federbachs. Dieser wurde in einen Altrheinarm abgeleitet, um in der Fritschlach Ackerland zu gewinnen.


Altrhein
Diese Schlinge des Altrheins blieb erhalten und umgibt heute die Insel Rappenwört. Der Altrheinarm ist noch mit dem Rhein verbunden und ist der Vorfluter für den Neuen Federbach.


Rheinstrandbad
Das Bad auf der Insel Rappenwört liegt direkt am Rhein, der im Hintergrund links als schmaler Streifen zu erkennen ist. Die größer erscheinende Wasserfläche zwischen den Pappeln und dem Fluß ist das frühere Badegewässer, das heute aus hygienischen Gründen nicht mehr genutzt wird.


Erlebnisbecken
Für den Badespaß wurden mehrere Becken (Wellenbad, Sprungbecken) gebaut, zuletzt das Erlebnisbecken.


Erlebnisbecken mit Rutschen und Wasserspritzen


Auwald am Altwasser Hedel auf Rappenwört

Planungen im Bereich Rappenwört
1) Rappenwört gehört zum Planungsbereich "Landschaftspark Rhein", der die Karlsruher Naherholungszone im Bereich des Rheins optimieren soll.
2) Das Integrierte Rheinprogramms sieht im Rahmen der Hochwasserschutzmaßnahmen vor, dass die Bereiche Rappenwört und Fritschlach zum Polder Bellenkopf/Rappenwört gehören, also auch hier ein Retentionsraum (Rückhaltefläche)  entstehen soll. Momentan ist ein gesteuerter Polder vorgesehen - d.h. ein Flutraum, der über Sperrbauwerke kontrolliert geöffnet oder geschlossen werden kann. Dabei möchte die Stadt u.a. das im Retentionsraum gelegene Rheinstrandbad mit seinen großen Parkplätzen zum Schutz gegen Überflutung mit einer Mauer und Spundwänden umgeben  und die zum Bad und den hier ansässigen Vereinsheimen führende Straße und Straßenbahnlinie auf einen 2.10 m hohen Damm legen, damit das Bad auch bei Flutung des Polders erreicht werden kann. Im Jahr 2011 soll nun die Planfeststellung stattfinden, damit 2013 (?) mit den Baumaßnahmen begonnen werden kann.


Grünen Wasser
Im Wasser eines Altrheinarms am Grossgrund spiegelt sich das daneben liegende Rheinhafen-Dampfkraftwerk.


Rheinhafen-Dampfkraftwerk
Das Kraftwerk besteht aus mehreren Blöcken, von denen zur Zeit (2009) zwei (eine Gas- und Dampfturbinenanlage und eine kohlebefeuerte Anlage) in Betrieb sind. Die anderen Blöcke wurden teilweise stillgelegt oder werden als Reserve vorgehalten. Durch Kraft-Wärme-Kopplung wird die eingesetzte Energie effektiver genutzt, das Kühlwasser wird dem Rhein entnommen. Die benötigte Steinkohle wird auf dem Rhein antransportiert. Die Planung und Genehmigung zum Bau eines großen, steinkohlebefeuerten neuen Kraftwerkblocks sorgte ab 2008 in Karlsruhe für heftige Diskussionen (siehe auch Seite Rheinhafen)


Rhein - Hafeneinfahrt
Das Kraftwerk liegt direkt hinter der Einfahrt des Rheinhafens Karlsruhe bei Stromkilometer 359,9

Bilder ohne Datum April und Mai 2008

Routenvorschlag Ort: Straßenbahnhaltestelle Kirchplatz - Pfalzstraße nach Westen - Pfarrstraße nach Südwesten - Kirche St. Valentin - Pfarrstraße weiter  bis Künstlerkneipe - Querstraße - Malvenstraße - Goldgrundstraße - Hammweg - Kastenwörtstraße - vor der Kirche nach rechts zur Holländerstraße - Heilig-Geist-Kirche - Pfalzstraße nach Osten - Hafenstraße - Luftschutzbunker - über Kornweg - Appenmühle - Kornweg weiter zur  Daxlanderstraße -  Straßenbahnhaltestelle Stadtwerke
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Routenvorschlag Tiefgestade, eine Wanderung entsprechend der unten angefügten Routenskizze: Von der Straßenbahnhaltestelle Hammweg das Hochufer hinunter. Dort dem Weg entlang des Hochufers nach Süden folgen. Dann entsprechend der Routenskizze weiter.



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