Durlach
Der Ort war vor der Gründung von
Karlsruhe die Residenz der Markgrafen von Baden. Die
"Mutter" Karlsruhes liegt - wie viele alte Städte - am Treffpunkt
zweier Verkehrsleitlinien, hier sind es das Pfinztal und der östliche
Rand des
Oberrheingrabens. Diese Siedlungsgunst erkannten schon die Römer, die
an einer römischen Straße in der Vorbergzone eine villa rustica
erbauten.

Grundriss des Hauptgebäudes der villa rustica
(auf dem Foto zur besseren Erkennbarkeit nachträglich grau umrahmt)

Keller der villa rustica
Durlach - die Altstadt
Der
Ort wurde Ende des 12. Jhdts. auf einer Kiesinsel im Bereich der
Kinzig-Murg-Rinne von den Staufern gegründet und ist 1196
als "oppidum" genannt. Die Kleinstadt mit Ackerbürgern und Handwerkern
wurde im 14./15. Jhdt. nach Osten erweitert. 1565 wurde die Stadt
Residenz der Markgrafen von Baden und erfuhr einen wirtschaftlichen
Aufschwung. Nach der Zerstörung 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde
Durlach zwar wieder aufgebaut, verlor aber dann ab 1715 mit der
Gründung
Karlsruhes als Residenz an Bedeutung. Durlach wird
wieder Ackerbürgerstadt. Das
Industriezeitalter
brachte mit mehreren Fabriken einen erneuten Aufschwung. 1938 wurde
Durlach von den
Nationalsozialisten trotz
Widerstands der Bürger nach Karlsruhe
eingemeindet.

Reste der Stadtmauer östlich des ehemaligen Ochsentores. Mehrere Schiessscharten (z. B. vor
dem Balkon links unten ) sind
noch zu sehen.
An die Stadtmauer wurden später Gebäude angebaut.

Ehemalige
Schiessscharte
in
der
Stadtmauer

Stadtmauer, auch hier nachträglich als Gebäudeteil verwendet.
Neuerer Ausbau mit Balkon

Hinter dem älteren
Prinzessenbau (vorne links)
sieht man das Durlacher Schloss, die Karlsburg.
Die
Karlsburg ist nur ein Teil (Kavaliersbau von 1703) eines größeren
Bauvorhabens, das schließlich wegen der Verlegung der Residenz nach
Karlsruhe nicht mehr vervollständigt wurde. Das Tor im Prinzessenbau
hatte früher eine Zugbrücke über den Stadtgraben.

Das ehemalige Durchfahrtstor mit auffällig tief liegender
Schiessscharte (linkes Bild rechts unten) und Treppe (rechts).
Die Höhendifferenz zwischen innen und außen beruht wohl auf dem vor der
Stadtmauer angelagerten Schutt der
Zerstörung Durlachs 1689.

Hinter dem Schloss der Rest des ehemaligen Schlossgartens

Die Gasse "An der Stadtmauer", das sogenannte "Kanapee-Gässle".
Über
den Bögen verlief früher der Wehrgang entlang der Stadtmauer.
Später wurden zwischen der Stadtmauer
und
der vorgelagerten Zwingermauer - unter Einbezug dieser Mauern - kleine,
schmale Häuschen eingebaut.

Vor den Häusern standen früher Sandsteintröge - hier der letzte
erhaltene.
Zugedeckt dienten sie als Sitzplätze, eben als "Kanapees".

Kleines Haus in der Gasse "An der
Stadtmauer"
Früheres Schlachthaus in der
Gasse "An der Stadtmauer"


Jägerstraße mit Blick zum Schloss

Alter Hauseingang mit Zunftzeichen

Bäderstraße
Bäderbrünnele


Rathaus und Kirche
Um den
Marktplatz angeordnet, bilden das barocke Rathaus, die evangelische
Stadtkirche und das frühere Gasthaus Krone (siehe übernächstes Bild )
auch heute noch das Zentrum des Stadtteils. Sowohl Rathaus als auch
Kirche wurden nach der Zerstörung der Stadt 1689 wieder aufgebaut. Die
Tradition des Marktes blieb bis heute erhalten.


Die Pfinztalstraße, die Hauptstraße Durlachs
Das Gebäude rechts mit den Lampen an der Fassade ist das oben erwähnte,
ehemalige Gasthaus Krone, heute (2008) Restaurant Sol i Luna

Kreuzung Pfinztalstraße/Zunftstraße
Blick in die Zunftstraße - sehr schönes Sichtfachwerk am Rand des
Marktplatzes

Modellhäuser in der Amtshausstraße
Markgraf
Friedrich
Magnus
wollte
seine
Stadt
nach dem Großen Brand 1689
städtischer und prächtiger wieder aufbauen. Die Häuser sollten -
vorgegebenem Modell entsprechend - traufständig stehen, eine
geschlossene Häuserfront bilden, mindestens zweistöckig sein und die
Straßenseite musste aus Stein gebaut sein - das "bäuerliche" Fachwerk
sollte nicht mehr das Bild der Stadt bestimmen.

Amtshausstraße 11 - Das frühere Amtshaus
Das Gebäude beherbergt heute das Polizeirevier Karlsruhe-Durlach

Das Basler Tor vom innen
Von den vier Toren der ehemaligen Stadtummauerung blieb nur das Basler
Tor erhalten.

Basler Tor, Stadtmauer und Stadtgraben von Osten
Die Stadt war von einem Mauerring umgeben, der nur an wenigen Stellen
noch
erhalten ist.
Stadtmauer und -graben im Westen vor dem Basler Tor. Auch hier sind
wieder Gebäude
in
die alte
Stadtmauer eingelassen.

Basler Tor von außen - vorne links die Nikolauskapelle


Die Nikolauskapelle
An der alten Friedhofskapelle finden sich noch interessante alte
Grabmäler.

Grabsteine im alten Friedhof und an der Nikolauskapelle
Blick über den alten Friedhof
Rechts die Nikolauskapelle, dann folgt das Basler-Tor und links im
Hintergrund der Turm der ev. Stadtkirche.

Katholische Kirche St.-Peter-und-Paul

Hinweisschild an der Kirche

Die Obermühle an der Alten Weingartener Straße
Die
Mühle ist eine von mehreren ehemaligen Mühlen an der Pfinz. Heute ist
die Mühle im Besitz der Naturfreunde Durlach, die das im Lauf der Zeit
heruntergekommene Gebäude sanierten und soweit möglich, die alte
Gebäudesituation wieder herstellten. Wie bei vielen Mühlen handelte es
sich um eine Bannmühle mit mehreren Mahlgängen.

Das mittelschlächtige Wasserrad treibt heute eine kleine
Wasserkraftanlage an.
Hinweisschild
an
der
Mühle
Bilder
ohne
Datum
vom
März
2008
Weiter
mit
Bergwaldsiedlung, Aue, Durlacher Wald/Oberwald, Durlach
Turmberg oder Durlach Westen
Winter in Durlach
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Weitere Bilder
zur Peripherie Durlachs folgen später
Routenvorschlag
Durlach
Altstadt:
Straßenbahnhaltestelle
Turmberg
-
Grötzinger Straße nach
Nordosten bis Ortsende - zurück - Liebensteiner Straße -
Lamprechtstraße - Neuensteinstraße - Alte Weingartenerstraße -
Blumentorstraße - Ochsentorstraße - Abstecher in Gasse "An der
Stadtmauer -zurück - Jägerstraße - östlich am Schloss entlang -
Prinzessenstraße - Marstallstraße nach Norden - Bäderstraße - über
Rebenstraße zur Pfinztalstraße - nach Westen zum Rathaus -
Amtshausstraße - Basler Tor - Abstecher durch Basler Tor in Alten
Friedhof - zurück - Kelterstraße - Straßenbahnhaltestelle
Friedrichschule
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