Oberwald

Als  Oberwald wird üblicherweise der Waldbereich zwischen Südtangente im Norden, Autobahn im Osten und Süden und Dammerstock/Rüppurr im Westen bezeichnet. Der eigentliche Oberwald ist der östliche Teil und gehört zu Durlach. Ungefähr die westliche Hälfte trägt die Bezeichnung Rißnert. Der Oberwald liegt im Bereich der Kinzig-Murg-Rinne. Diese Rinne bzw. Flußniederung wurde früher vom Kinzig-Murg-Strom durchflossen, einem Wasserlauf, der am Fuß der östlichen Grabenflanke nach Norden floß und der Vorfluter für die von Osten kommenden Nebenflüsse und Bäche war. Im Bereich des Oberwalds verzweigte sich der Kinzig-Murg-Strom mehrfach und so bildete sich hier eine interessante Mischung von tieferen Rinnen und dazwischen liegenden Kiesbänken.


Informationstafel für Jogger beim Wasserwerk  - Beschriftung Oberwald hinzugefügt.

Alle Bilder ohne Datum vom Mai 2008



Oberwald
Wie die Schilder zeigen, ist der Oberwald ein Landschaftsschutzgebiet und ein Wasserschutzgebiet.


Feuchtgebiet mit Pappeln


Trockenere Kiesinsel


Scheidgraben
Der Oberwald wird von mehreren Gräben durchzogen. Diese dienen normalerweise der Entwässerung. Bei starken Niederschlägen und Hochwasser der Alb haben die Gräben und auch der Oberwald jedoch eine besondere Funktion.


Überflutete Autobahn - Blick von Brücke zwischen Rüppurr und Ettlingen nach Norden
Im Mai 1970 war die A 5 wegen Überflutung zwei Tage unpassierbar. Das Bild zeigt, wie die Feuerwehr das Wasser aus dem tiefliegenden Teil der Autobahn im Bereich der Kinzig-Murg-Rinne abpumpt.
Um weitere Überschwemmung der Autobahn und des Rüppurrer Bereichs durch Hochwasser der Alb zu vermeiden, hat man -  neben den zuerst genutzten  Stauräumen Weiherwald und Salmenwiesen - auch den Oberwald als Retentionsraum eingeplant. Bei starkem Hochwasser wird über Seegraben/Hägenichgraben und Scheidgraben Wasser der Alb zur Entlastung in den südlichen Oberwaldbereich abgeleitet. Von dort kann es nach Rückgang des kritischen Wasserstands über den Regenwasserkanal der Südtangente wieder abgepumpt werden. Der Nordteil des Oberwalds wird wegen eines Wasserschutzgebiets und des Tierparks nicht als Stauraum genutzt.


Technisches Bauwerk zur Regulierung des Wasserstands im Oberwald


Bombentrichter
Im Oberwald findet man noch viele dieser flachen, runden Vertiefungen, deren Entstehung für viele jüngere Karlsruher wohl unklar ist. Es handelt sich um Bombentrichter, die durch Fehl- oder Notabwurf bei den Luftangriffen des letzten Krieges entstanden.


Erlachsee
Der Bereich des Erlachsees ist ein Naturschutzgebiet, das im Zuge des Baus der Südtangente 1969 entstand. Durch die Entnahme von Baumaterial entstand ein Baggersee, der dann zum Naturschutzgebiet umgestaltet wurde. Unterschiedliche Tiefe und vielfältig gestaltete Uferzonen bieten vielen Tieren und Pflanzen einen geschützten Lebensraum. Der gesamte See und seine Uferzone sind eingezäunt, an einigen Stellen wurden Beobachtungsmöglichkeiten eingerichtet. Zum Schutz gegen Überflutung mit Schmutzwasser - bei Ableitung von Albhochwasser in den Rückhalteraum Oberwald - wurde der See mit einem niedrigen Damm umgeben.


Uferbereich des Erlachsees


ÜbersichtsTafel beim Erlachsee (Ausschnitt)
Die Karte zeigt im Norden des Erlachsees noch einen See, den Oberwaldsee, der weiter unten  gezeigt wird.  Östlich des Oberwalds verläuft die Autobahn, was in diesem Bereich zu einer erheblichen Lärmbelastung führt.


Die Autobahnunterführung
Die Unterführung enthält einen Durchlass für Fußgänger und Fahrzeuge (links) und eine Öffnung für den von Wolfartsweier kommenden Hausengraben. Das als nächstes Bild  gezeigte Schild steht an der Waldecke der Wegeinmündung von rechts.


PEFC = Programme for Endorsement of Forest Certification Schemes
Dieses Schild findet man am Waldrand südlich der oben abgebildeten Autobahnunterführung. Die nachhaltige und zertifizierte Waldwirtschaft fördert Mischbestände, läßt keine Kahlschläge zu, sorgt für ausreichend Totholz und Schonung des Bodens beim Maschineneinsatz und setzt keine Pestizide ein.


Der Oberwaldsee
Im Gegensatz zum Erlachsee ist der Oberwaldsee trotz ähnlichen Eindrucks kein Naturschutzgebiet. Er wird im Zuge der Naherholung und als Angelwasser genutzt. Das Ufer ist rundum zugänglich.




Oberwaldsee


Spielplatz
Der nicht besonders attraktive Spielplatz am Rand des Sees ist - wie der Grillplatz auf der gegenüberliegenden Seite - auch ein HInweis auf die Funktion des Sees als Naherholungsbereich.


Vietnam Sikahirsch im Tierpark Oberwald
Der Tierpark im Oberwald gehört ebenfalls zum Bereich Naherholung in der Peripherie der Stadt. Es handelt sich bei den Tiergehegen um einen ausgelagerten Teil des Karlsruher Zoos. Man kann die Tiere in freier Natur beobachten, stellenweise aber auch an der lückenhaften oder fehlenden Bodenbedeckung die Folgen von Überstockung studieren.


Südtangente
Die vielbefahrene Verkehrslinie bildet die Nordgrenze des Oberwalds und sorgt auch in diesem Bereich für Verlärmung. Unter der Südtangente verläuft der Regenwasserkanal über den auch das Wasser aus dem Retentionsraum wieder abgepumpt werden kann. Links hinten ragt der Turm des Wasserwerks aus den Bäumen.

  
Das linke Bild zeigt den heutigen (2008) Zustand des Wasserwerks Durlacher Wald. Der Wasserhochbehälter auf dem Turm wurde schon lange abgebaut, da er nicht mehr notwendig war. Ein Parallelgebäude (zwischen Wasserturm und Südtangente) zu dem im Hintergrund sichtbaren Haus  musste im Zuge des Baus der Südtangente abgerissen werden. Das rechte Bild zeigt eine Karte der  Karlsruher Wasserwerke, der Rahmen um das Wasserwerk Durlacher Wald wurde hier nachträglich zur Verdeutlichung hinzugefügt. Die Tafel steht am "Karlsruher Wasserweg", den man vom Wasserwerk aus begehen kann.



Der Plan zeigt im Norden das Wasserwerk südlich von Rangierbahnhof und Südtangente. Der Wasserweg ist rot eingezeichnet.


Wasserweg
Der Wasserweg mit Tafeln zur Erläuterung führt teilweise entlang der Brunnenlinie des Wasserwerks. Einen Brunnen sieht man im Hintergrund.
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Ergänzung 2011
Bilder vom 2. April 2011

Besonders schön ist der Oberwald im Frühling


Frühling im Oberwald
Der im April noch lichte Oberwald ist erfüllt von Frühblühern - hier Anemonen


Frühlings-Scharbockskraut

   
Busch-Windröschen                                                                              Frühlings-Scharbockkskraut

   
Wiesen-Schaumkraut                                                                                      Purpurrote Taubnessel




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