Weststadt

   
1914                                         Weststadt                                               2015
Zum besseren Vergleich ist auf beiden Karten der Yorckplatz mit einem roten Punkt markiert.
Ab der  Mitte des 19.  Jhdts wurde das  Gebiet zwischen  Karlsruhe und der kleinen Nachbarstadt Mühlburg bebaut. Diese Entwicklung begann südlich der
Kaiserallee mit Gewerbebetrieben, Bierbrauereien und dem Gaswerk, es folgten gründerzeitliche Wohnquartiere und Handwerksbetriebe. Das Gebiet nörd-
 lich der  Kaiserallee kennzeichnen neben der  Wohnbebauung ehemalige  Militärgebiete mit  Grenadierkaserne,  Kadettenanstalt und Dragonerkaserne und
 westlich der Reinhold-Frank-Straße auch gro
ße Prachtbauten wie z. B.  Verwaltungsgericht oder Generallandesarchiv.
Der Stadtteil wird begrenzt von der Reinhold-Frank-Straße im Osten, der Moltkestraße im Norden, der Kriegsstraße, Eisenlohrstraße und W.-Bauer-Straße
 im Süden und  Wichern-, Herder-, Händel- sowie Felix-Mottl-Straße im Westen. Zentrale  Verkehrsachse ist die von  West nach Ost verlaufende Kaiseralle.

(Quellen: links Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors , jeweils Ausschnitte, verändert)

Bilder ohne Datum vom Frühjahr 2008

Hier wird zunächst die Weststadt nördlich der Kaiserallee beschrieben.
Eine Routenempfehlung findet man am Ende.

Diese Sprungmarke führt zur Weststadt südlich der Kaiserallee

 
Die Christuskirche
Curjel und Moser errichteten  ab 1896 auch in der Weststadt einen Kirchenbau mit Zentralraum.
Der neogotische  Gesamteindruck wird durch   Jugendstilbeiwerk verfeinert. Die  Kirche erlitt im
Krieg schwere  Zerstörungen, 1988 wurde der  Wiederaufbau mit der  Turmspitze und den  Eck-
türmchen  endgültig  fertiggestellt.  Eine Innensanierung  wurde in den Jahren 2008/2009 durch-
geführt.


    
Neugotische Maßwerkrosette                                                       Jugendstilkandelaber und -torgitter


Rathaus West
Der ehemalige  Versicherungspalast wurde im  Auftrag der Karlsruher Lebensversicherung Ende
des 19. Jhdts als  Prachtbau im Stil der  Neorenaissance errichtet und mehrfach  erweitert. Nach
Kriegsende wurde das unzerstörte Gebaude zunächst von den Besatzungsmächten genutzt und
1954 von der Stadt als Rathaus West übernommen.



Durchstich der Nordstadtbahn
Zum Anschluss der Nordstadt an das innerstädtische Straßenbahnnetz musste eine Trasse vom
Rathaus West durch die Weststadt zur Erzbergerstraße gelegt werden.



Nordstadtbahn/Haltestelle Mühlburger Tor (Grashofstraße)
Mittlerweile wurde nun im Zuge der Kombilösung - die bisherige Haltestelle Mühlburger Tor wird
abgebaut - diese neue Haltestelle in Richtung Nordstadt errichtet.



Das Verwaltungsgericht in der Nördlichen Hildapromenade


Der Rechnungshof Baden-Württemberg in der Stabelstraße


Auferstehungskirche am Ökumeneplatz
Ende des 19. Jhdts wurde die altkatholische Kirche in neugotischem Stil (Historismus) erbaut.




Generallandesarchiv


Das Generallandesarchiv (Altbau) in der Nördlichen Hildapromenade


Seit Ende 2011 gibt es ein neues Gebäude des Landesarchivs mit Magazin, Lesesaal und
Raum
für
Ausstellungen neben dem Altbau (rechts) .


Der Haydnplatz
Der neoklassizistische Platz mit Brunnen und den umgebenden Bauwerken wurde um 1910 von
Sexauer geplant und gebaut. Die beiden seitlichen Brunnenfiguren (Orpheus und Eurydike) von
Sutor kamen erst in der zweiten Hälfte des 20.Jhdts dazu.


Zwischen den Bäumen im Hintergrund fuhr früher die Maxaubahn nach Osten.


Exkurs Nordwest-/Nordstadt
Hinweis: Die in der Folge beschriebenen Gebäude auf der nördlichen Seite der Moltkestraße ge-
hören nach neuerer Gebietsgliederung bereits zur Nordweststadt (Städt. Klinikum) oder zur Nord-
stadt.
Sie sollen aber hier im  Rahmen  der  Weststadt mitbehandelt werden, da die  Moltkestraße 
quasi den
Nordabschluss der Weststadt bildet.


Ehemalige Kadettenanstalt in der Moltkestraße
 Die Kadettenanstalt war eine militärisch geprägte Schule für die Offizierslaufbahn. Das Gebäude
stammt vom  Ende des 19. Jhdts.
Heute wird der  Komplex von der  Oberfinanzdirektion genutzt.


Hier befand sich die einzige preußische Kadettenanstalt außerhalb Preußens.


Ehemalige Grenadierkaserne in der Moltkestraße/Mannschaftsgebäude
Am Baustil erkennt man, dass die Kaserne aus der selben Zeit (s. u.) wie die Kadettenanstalt stammt.

   
Relief am Eingang                                                                     Information im Gebäude 17


       
Denkmal des Badischen Leibgrenadierregiments


Innenbereich der Grenadierkaserne
Grenadiere sind Infanteristen, weshalb die Kaserne auch als Infanteriekaserne(s. u.) bezeichnet wurde.


Ausschnitt aus einer  Karte von 1914
(Quelle: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914)


Heute ist die frühere Grenadiekaserne ein Behördenzentrum


Städtisches Klinikum/Eingang Altbau
Das Städtische Krankenhaus stammt noch vom Anfang des 20. Jhdts. Mit Neubauten, vielen Fach-
kliniken und angeschlossenen  Instituten ermöglicht das  Klinikum heute eine optimale  Versorgung
der Bevölkerung.



Innenhof  Klinikum
Mehr Informationen zum Klinikum findet man im Kapitel Nordweststadt.

Ende des Exkurses Nordwest-/Nordstadt



Weststadt weiter

  
Blick nach Osten                    Kreuzung Blücherstraße/Hildapromenade                 Blick nach Westen                              
Im Bereich des
Grünstreifens verlief früher die Eisenbahnlinie (Maxaubahn) nach Maxau.


Ludwig-Marum-Straße 10
Ein Jugendstilbau vom Anfang des 20. Jhds im geometrischen Stil mit interessanter Asymmetrie,
eigenwilliger Dachgestaltung und dem üblichen Materialmix (Klinker/Putz) des Gebäudes.


Ludwig-Marum-Straße 10
Die Inschrift erinnert wohl an die Frau des Erbauers.

   
Das Schild und das alte Gebäude sind Hinweise auf eine weitere frühere Kaserne der Weststadt, die Dragonerkaserne.

  
1914                                       Bereich Dragonerkaserne                          2015
Der Vergleich beider Karten zeigt, dass einige Gebäude der Kaserne im Süden und Norden noch erhalten sind, ein großer Teil des
 ehemaligen Kasernengeländes aber neu überbaut wurde.

(Quellen: links Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors , jeweils Ausschnitte, verändert)
 
 
Leibdragonerdenkmal und Sockelinschrift in der Kaiserallee
Dragoner waren zunächst Infanteristen mit Pferd, die dadurch  besonders  beweglich waren und sich später weiter zur Kavallerie entwickelten.

  
                               Kantine                            Gebäude im Süden der ehemaligen Dragonerkaserne             Östl. Mannschaftsgebäude                 
Von der Kaserne sind nur noch einige Gebäude erhalten. In einem Kasernengebäude befindet sich die Volkshochschule, ein anderes
Gebäude wurde noch lange vom Luftwaffenmusikkorps 2 der Bundeswehr genutzt.
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Nachtrag März 2014: Das Luftwaffenmusikkorps Karlsruhe wurde aufgelöst.

Nachtrag Mai 2016: Die Stadt hat den Gebäudeteil, in dem das Luftwaffenmusikkorps untergebracht war, gekauft.
In absehbarer Zeit soll hier das Badische Konservatorium seinen Lehrbetrieb aufnehmen.
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Moderne Bebauung im mittleren Bereich der ehemaligen Dragonerkaserne -  Blick von  Süden
Hausrückseiten mit kleinen  Gärten.
Diese  Häuser stehen auf dem ehemaligen  Exerzierplatz
 der Kaserne und gehören teils zur Blücherstraße, teils zur Paul-Ehrlich-Straße.



Eingangsseite der oben abgebildeten Häuser am ehemaligen Exerzierplatz - Blick von Norden

   
Weitere Häuser  (s.u.) wurden 2007 - 2008 im Bereich der alten Exerzierhalle gebaut. Auch hier werden seltsamerweise mehrstöckige Häuser
(s. u.) als "Villen" bezeichnet



Neubauten in der Paul-Ehrlich-Straße im Bereich der alten Exerzierhalle.


Fachklinik des Städtischen Klinikums in der Kaiseralle


Ehemaliger Operationsbunker des Klinikums in der Kaiserallee 10
Der zweistöckige  Luftschutzbunker reicht auch  noch einige Meter in die Tiefe. Das obere
Stockwerk des  Bunkers
(über dem mit  Buntsandstein verkleideten Untergeschoss) nahm
zunächst nur den  Südteil des  Obergeschosses ein. Nach dem Krieg wurde das  Oberge-
schoss über die gesamte Grundfläche ausgebaut.


Für mehr Informationen zu ehemaligen Luftschutzeinrichtungen hier klicken.


Westseite des Bunkerbaus zur Virchowstraße
Im neueren Teil des Bauwerks wurde u. a. eine Kapelle mit Betonglasfenstern eingebaut.


 Kaiserallee 8 
Der Klinkerbau beherbergte früher die Versicherungsanstalt Baden


Der Bau  wird heute vom Amt für Bürgerservice und Sicherheit genutzt. Hier befindet sich ein
Bürgerbüro.

Bilder ohne Datum vom Frühjahr 2008

Routenvorschlag:
Straßenbahnhaltestelle Mühlburger Tor - Südliche Hildapromenade - Stabelstraße - zurück in Nördliche Hildapromenade - Haydnplatz -
Beethovenstraße - Moltkestraße nach Westen - Blücherstraße nach Süden - durch den Bereich ehemalige Dragonerkaserne -
Paul-Ehrlich-Straße - Kaiseralle nach Osten - Straßenbahnhaltestelle Mühlburger Tor.

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