Grünwinkel

Der  Siedlungsplatz hat  eine lange Kontinuität, denn  in Grünwinkel wurden u. a. Reste  römischer Brennöfen (Töpferöfen, Ziegelöfen) gefunden, die zu
 einer römischen  Siedlung gehörten. Hier durchquerte eine auf dem  Hochgestade  von Süden nach Norden verlaufende  Römerstraße die Albniederung.
 Ende des 16. Jhdts wird ein  Hof mit dem  Namen  "Kreenwinkel" (= Krähenwinkel) erwähnt, der sich  Anfang des 18.  Jhdts zu  einem   kleinen  Dorf ent-
 wickelt. Aus einer  Gasthausbrauerei entstand dann die einstige  Großbrauerei und  Nahrungsmittelfabrik  Sinner. Auch heute produziert hier die Brauerei
Moninger noch  Bier (s. u.) und weite Bereiche des Stadtteils sind von Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriebetrieben geprägt.

Der Stadtteil endet im Norden an der Südtangente, im Westen verläuft die  Grenze ungefähr entlang einer Linie von der Pfannkuchstraße über die B 36,
im  Osten wird die Grenze in etwa durch den  Schwimmschulweg  bis  zur  Junker-und-Ruh-Straße markiert und im Süden endet Grünwinkel an der Ge-
markungsgrenze/Stadtgrenze. Rheinhafenstraße und  Pulverhausstraße trennen den  Stadteil in das nördliche, eigentliche  Grünwinkel  und die südliche
 Heidenstückersiedlung.


Die Krähe - das Wahrzeichen Grünwinkels

    
1914                                                          Grünwinkel                                                2014
Der Kartenvergleich zeigt das Wachstum des Stadtteils - fast der gesamte Kartenbereich ist heute bebaut.
(Quellen: links Topographische Karten  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors jeweils
 Ausschnitte, verändert)Zum besseren Vergleich ist der Bereich der Kreuzung Durmersheimer Straße/Zeppelinstraße auf beiden Kartenausschnitten mit
 einem schwarzen Punkt markiert


Bilder ohne Datum April 2008

Zeugnis der Römerzeit: Ziegelofen in der Silcherstraße

   
                Blick auf den Schürkanal                                     Blick auf den Boden der Brennkammer (hinten)     
Der Ziegelofen wurde von vorne befeuert, die heiße Luft stieg dann vom Feuerraum (unten hinten) in die
(nicht mehr vorhandene) darüber liegende Brennkammer auf.


Blick durch den zerstörten Boden der Brennkammer auf
die Zungenmauern des Feuerraums
Der gesamte Ziegelofen ist heute in einem Bauwerk geschützt und ko
nnte im Rahmen eines
Denkmaltags besichtigt werden.


Blick auf Gewerbebetriebe in Grünwinkel von der Brücke der Zeppelinstraße über die Bahnlinie Richtung Pfalz
Das Wappen zeigt einen Spaten.

   
Burgartiges Gebäude in der Zeppelinstraße
Das monumentale Eckgebäude im Stil des Historismus gehörte zur ehemals bedeutenden Textilfabrik Vogel und Schnurmann und war v. a. ein
industrieller Zweckbau, der mit Wohnungen für Angestellte kombiniert wurde. Der bergfriedartige Turm war ein Wasserturm, der früher das Textil-
werk mit dem benötigten Wasser
für Wäscherei und Färberei versorgte. Heute ist das Gebäude ein Wohnhaus. Der Bau wurde 1907 von dem
 bekannten Architekten Levy geplant. Die Textilfabrik erstreckte sich im Bereich zwischen Zeppelinstraße, Griesbachstraße und Benzstraße, wo
 sich auch heute noch ein Gewerbegebiet befindet.

Eine weitere Erinnerung an die genannte Textilfabrik existiert noch im Bereich
Griesbachstraße/Benzstraße.


Kesselhaus in der Griesbachstraße
Das Kesselhaus mit Schornstein gehörte ebenfalls zu der Textilfabrik und beherbergte früher die Dampfkessel
zur Erzeugung von Energie (Kraft, Strom, Prozesswärme).  Der denkmalgeschützte Bau beherbergt 2015 ein
Bistro und ein Sternerestaurant.


Kesselhaus - Rückseite
Die großen Glasfenster sollten früher nicht nur Licht herein lassen, sondern im Falle einer Explosion des
Dampfkessels auch den Explosionsdruck entweichen lassen, ohne das ganze Gebäude zu zerstören.



Bannwaldallee 30


Einige Arbeiterwohnhäuser vom Ende des 19. Jhds
erinnern in der Bannwaldallee  ebenfalls
noch an die damalige Industrialisierung.

.

Bannwaldallee 28 und 26


Bauten
auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei Sinner
Links das alte Mühlen- und Speichergebäude von 1893 der ehemaligen Sinner AG. Da Mitte des
letzten  Jhdts ein oberer Teil ausbrannte, ist das  Gebäude heute  asymmetrisch. Rechts noch ein
Getreidesilo der ehemaligen Sinner AG nun mit dem Moninger-Markenzeichen auf dem Dach.


Die Brauerei Moninger kaufte 1972 die Brauerei Sinner und das dazu
gehörende, ausgedehnte Brauereigeländen und verlagerte den Betrieb
von der Kriegsstraße hierher.

   
Hatz-Moninger-Areal
Der Schornstein (links) erinnerte im April 2008 noch an die Sinner AG. Nach der Fusion der Moninger Brauerei
mit der Hofbrauerei Hatz aus Rastatt im Jahr 2010
wurde auch die Beschriftung des Schornsteins geändert.


Einkaufsmarkt beim Hatz-Moninger  Areal

   
Braustübl Hatz-Moninger
Das alte Eckgasthaus hieß früher "Lokalbahn" und erinnerte mit seinem Namen an die Bahn, die bis 1937 von Karlsruhe bis
nach Durmersheim fuhr. Der Kopf unter dem Erker mag mit seiner Schildmütze eine Reminiszenz an den ehemaligen Bahn-
betrieb sein.



Im Bereich von Gaststätte und Einkaufszentrum ist ein zentraler Platz
entstanden. Der Robert-Sinner-Platz ist heute das
Ortszentrum von
Grünwinkel
.




Modernes Gebäude in der Ortsmitte

Das Gebäude ist das . . . . .


Seniorenzentrum Grünwinkel


Durmersheimer Straße


Reihenhäuser in der Hopfenstraße


Interessantes Bauwerk in der Zeppelinstraße
Ein alter Luftschutztiefbunker - später Zivilschutzbunker - wurde mit einem Wohnkomplex überbaut.
Der unansehnliche "Zeppelin-Bunker" wurde als "Fundament" für eine Wohnbebauung genutzt.



Der ehemalige Betonklotz konnte in seiner Funktion erhalten und aufgewertet werden (Doppel-
nutzung für Zivilschutz und als Tiefgarage) und fügt sich nun als interessante Bereicherung in
das Stadtbild ein.


Für mehr Informationen zu ehemaligen Luftschutzeinrichtungen hier klicken.


Die Alb von der Brücke der Zeppelinstraße - Blick nach Süden
Die Alb berührt im Norden und Westen Grünwinkel, die Grünzone wird als innerstädtisches Erholungsgebiet genutzt.

  
                Bild 1: Alb von Zeppelinstraße                                               Bild 2: Alb von Fußgängerbrücke nördlich Zeppelinstraße
Das früher geradlinig ausgebaute Flußbett der Alb wurde nun 2008 wieder naturnah umgestaltet. Es wurden hier zwei große Bögen
 ("Mäander") eingebaut, das  Ufer wurde unterschiedlich gestaltet, die  Fließgeschwindigkeit und  die  Tiefe verschieden  eingeregelt.
Blickrichtung der Bilder siehe Plan unten
.


Der Plan wurde damals im Umbaubereich vom Tiefbauamt Karlsruhe zur Information bereitgestellt.
Hinzugefügt wurden die blauen Pfeile, die die Aufnahmerichtung der jeweiligen  Bilder zeigen.

  
Bild 3                                                                                                                                Bild 4
Der abgedämmte
alte, gerade Lauf der Alb (im linken Bild ganz rechts) wurde im April 2008 vom Bagger zugeschüttet.

  
Bild 3a     Der Umbau ist abgeschlossen, die Alb macht nun einen Bogen - aber das Gras muss erst wieder wachsen     Bild 4a

  
Bild 3b                          Das Ufer ist nach einem Jahr wieder begrünt.                              Bild 4b


Im Bereich von Grünwinkel führt eine breite Treppe zum Wasser - die Wäscherinnentreppe.


Infoschild der Stadt bei der Wäscherinnentreppe


Wiesengelände bei Grünwinkel - die Eiswiesen
Im Hintergrund links die Wäscherinnentreppe und im Vordergrund rechts neben dem Weg ein Hinweisschild (s.u.).


Hinweisschild der Stadt

  
Im Bereich der großen Verkehrsflächen am Entenfang ist die Alb
immer noch "kanalisiert".


Blick von oben (Vogesenbrücke) auf die eingezwängte Alb


"Kunst" am Bau
Links die Eisenbahnbrücke, rechts die Südtangente, ganz oben die Vogesenbrücke


Die Albkapelle


Information an der Albkapelle
 Die ehemalige Dorfkirche von Grünwinkel wurde 1913 hierher umgesetzt.


Die frühere Kapelle an der Durmersheimer Straße
Auf einem Plakat zur Ausstellung der Geschichte des Stadtteils
Grünwinkels ist der frühere Standort der Kapelle zu sehen.


Blick von Theodor-Söhner-Weg zu einem Spielplatz an der Alb


Michelin AG
Westlich der Michelinstraße befindet sich ein ausgedehntes Gewerbegebiet mit großen Firmen wie
Michelin (Reifen) und Dienstleistungsbetrieben.


Blick über Südtangente, Bahnlinie zur Carl-Metz-Straße
Das große Gebäude links ist die Firmenzentrale von DM, im Hintergrund rechts das Heizkraftwerk
 West (ehemaliges E-Werk) der Stadt Karlsruhe.
Nachtrag 2016
Die DM-Zentrale soll in den Bereich von Durlach (Untermühlsiedlung) verlegt werden.


Metz Aerials (Drehleitern und Hubrettungsbühnen)


Glockengießerei Bachert - Carl-Metz-Straße 11
Hier werden Glocken und alles was mit Glocken
zusammenhängt (u. a. Glockenstühle oder Schall-
läden
) hergestellt:  Außerdem bietet die  Firma auch passende  Dienstleistungen wie schwingungs-
dynamische  Sanierungen oder  Restaurierung alter  Glocken an.

Nachtrag 2017
Die  Glockengießerei Bachert verlagert ihren Betrieb nach Neunkirchen-Baden im Kleinen Odenwald
südlich des Neckartals, da der Bedarf an Nachwuchs-/Arbeitskräften in Karlsruhe nicht mehr gedeckt
 werden kann.
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Heidenstückersiedlung
Die Heidenstückersiedlung liegt südlich der Pulverhausstraße.

 
Östliche Edelbergstraße

  Das Wohngebiet ist geprägt von Wohnblocks, Reihenhäusern und Einzelvillen.


Reihenhäuser am Südrand der westlichen Edelbergstraße


Rennbergstraße


Zwischen Mauzenberg- und Bernsteinstraße
Eine im April 2008 anscheinend nicht besonders florierende Ladenzeile


Bernsteinstraße 5
Neuer Wohnblock mit zweigeschossigen Maisonettewohnungen und barrierefreien Wohnungen

  
Diverse Haustypen am Heidenstückerweg
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Ehemaliger Luftschutzbunker am Haselweg in der Hardeck-Siedlung
Der teils unterirdische, doppelstöckige Bunker bot ca. 1200 Menschen Schutz. Nach der Verwendung als
Zivilschutzbunker war das Bauwerk seit 2010 in Privatbesitz und wurde zeitweise als Lagerraum genutzt.



Einer der zwei Eingänge des Bunkers
Für mehr Informationen zu ehemaligen Luftschutzeinrichtungen hier klicken.


Wohnbebauung auf dem ehemaligen Luftschutzbunker
Der Bunker am Haselweg wurde 2015 als Fundament für zwei neue Doppelhäuser genutzt. Durch Photovaltaikanlage,
Wärmepumpe zum Heizen und umweltbewusste Dämmung erfüllen die Neubauten die Anforderungen für Passivhäuser.

Kein Routenvorschlag

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