Stadtteil Weiherfeld-Dammerstock


   
1914                                                                                                             2018
1914 sind auf der alten Karte lediglich die Namen der Gewanne "Weiher" und "Dammerstock" (Kreise) sowie einige Wege/Straßen im Bereich
des zukünftigen Stadtteils  eingezeichnet. Die neue Karte verdeutlicht das gewaltige Wachstum des Stadtteils
- und der Stadt

(Quellen: Karte links: Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914,verändert,  Karte rechts
OpenTopoMap (CC-BY-SA)

   
Die Alb trennt beide Ortsteile . . .                                                                       . . . die Brücke verbindet sie.

Zum Bereich Weiherfeld
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Dammerstock

Bilder ohne Datum März 2008

Der  Name dieses  Stadtteils wird von einem früherem  Ort "Dagmaresdung" hergeleitet. Diese  Siedlung fiel
aber  wieder wüst
und  der  Name  blieb nur als  Gewannname (siehe alte  Karte oben) bestehen.  In diesem
Gewann wurde
dann 1929 die  Dammerstock-Siedlung, ein  Beispiel des "Neuen  Bauens",   unter der  Ober-
leitung von Walter Gropius (Bauhaus) errichtet.



Gaststätte mit großzügigem Fensterband an der Ecke Nürnberger Straße/Ettlinger Allee
Typisch für die Dammerstock-Siedlung und den Bauhausstil sind die schlichten Formen der
Gebäude, die weiße Farbe und die Flachdächer.

 
Mit dem  Aufkommen nationalsozialistischen  Gedankenguts passte der Baustil des Stadtteils
aber nicht mehr zur Vorstellung heimatverbundenen Bauens - wie auch das folgende Zitat aus
dem Karlsruher Heimat-und Wanderbuch von 1937 verdeutlicht:

 

Quelle: Karlsruher Heimat- und Wanderbuch: Hrsg. H. Linz, Karlsruhe 1937)

Die von Gropius geplante moderne Siedlung wurde daher nicht im Bauhausstil fertig gestellt.


Der Plan zeigt die unterschiedliche Entstehungszeit der Gebäude im Südteil Dammerstocks.
Alle schwarz eingezeichneten Häuser sind im Bauhaus Stil gebaut.
Quelle: Hinweistafel (s. u.) vor dem ehemaligen Waschhaus, Ausschnitt
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Nürnberger Straße/Durchfahrt zur Danziger Straße.
 Neben der Durchfahrt steht eine Hinweistafel  mit Informationen zu Entstehung und Besonderheit
der Bauhaus-Siedlung.



Das ehemalige Gemeinschaftswaschhaus der Dammerstocksiedlung
Das bis 1972 als  Waschhaus genutzte  Gebäude enthielt im Erdgeschoss die Waschmaschinen.
Das Obergeschoss mit damals offenen  Fensterklappen diente als Trockenraum. Heute nutzt ein
Architekturbüro - das  bei  der  Sanierung  den  früheren Charakter des  Waschhauses möglichst
originalgetreu wiederhergestellt hat - das Haus.



Danziger Straße
 Gleichgroße Fensterelemente prägen das Mehrfamilienhaus.


Bussardweg
Auch heute muten diese Häuser im Bauhausstil mit dem durchgehenden Fensterband im Ober-
geschoss noch modern an.

Einfamilienhäuser vor 1933 mit Flachdach

 

Sperberweg
Auch hier sind Flachdächer, gleiche Haushöhen, gleiche Fensterformen , gleiche Eingänge
 sowie gleiche Farbe Kennzeichen des Bauhausstils.


Bussardweg, spitzgiebelige Gebäude 1933 - 1945
Nach der Abkehr vom Gedanken des "Neuen Bauens" in der nationalsozialistisch geprägten
Epoche wurden wieder die gewohnten spitzgiebeligen
Häuser in einheimischen Baustil gebaut.


Kirche St. Franziskus - Westfassade mit Eingang im Triumphbogen und der Glockenturm
Mit dem Wachsen des Stadteils wurde die Kirche ab 1936 erbaut und von Kapuzinern, die im
dazugehörigem  Kloster lebten, betreut.


St, Franziskus von Nordosten
Das zugehörige Kloster wurde 1992 wegen Nachwuchsmangel aufgegeben. Nach längerem
Leerstand soll nun (2021) der Komplex zu einem Stadtkloster mit "geistlicher Gemeinschaft",
Meditationsraum, Gemeinderäumen und weiteren kirchlichen Einrichtungen werden.


Luftschutzbunker von 1942 in der Danziger Straße - Eingang Nordseite
An die nationalsozialistische Zeit erinnert auch noch dieser Luftschutzbunker. Der Bunker
ist ein Tiefbunker mit einem Stockwerk über der Erdoberfläche.


Luftschutzbunker - Eingang Südseite
Seit 2014 stoßen Überlegungen zur Überbauung dieses Bunkers mit einem Wohnblock auf  Wider-
stand der Anlieger.

Für mehr Informationen zu ehemaligen Luftschutzeinrichtungen hier klicken.
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Im Bereich Dammerstock liegt auch ein kümmerlicher Wohnmobilstellplatz


Wohnmobilstellplatz an der Ettlinger Allee
Dieser  Stellplatz südlich der Schwarzwaldbrücke ist zwar stadtnah - kann aber dennoch nicht zufriedenstellen:
Die  Stellplätze sind zu kurz, schon normal große  Wohnmobile müssen längs parken und benötigen so die ge-
samte Parkbucht. Es gibt weder Ver- noch Entsorgung. Immer wieder sind einige Plätze von PKWs zugeparkt.
 Dazu kommt der hohe  Geräuschpegel, den die parallel verlaufende  Straße (s. u.) verursacht.  Außerdem fehlt
 ein  Stadtplan. Es ist ein ziemliches  Armutszeugnis für die  Großstadt  Karlsruhe, dass es  keinen  akzeptablen
Womo-Stellplatz gibt.


Der Stellplatz (links) und die parallele Hauptverkehrsstraße
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Auch der zweite Karlsruher Stellplatz an der Rheinbrücke kann nicht befriedigen.
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Als Ersatz bietet sich seit Herbst 2020 der Campingplatz in KA-Durlach (Externer Link) mit 51 Stellplätzen für Wohnmobile und
Wohnwagen an.



Vorgeschlagene Route Dammerstock: Straßenbahnhaltestelle Dammerstock  - Nürnbergerstraße - Dammerstockstraße -
Bussardweg - Heidelbergerstraße - Straßenbahnhaltestelle  Schloss Rüppurr.

Copyright P. H.                          Zur Ausgangsseite zurück mit Linkspfeil                          Zur Startseite