Blick über Grünwettersbach
Ansicht
von Nordwesten, deutlich sichtbar ist die Lage im Tal des Wettersbachs,
das beiderseits von löß-/lößlehmbedeckten Flächen der Pfinz-Alb-Platte begleitet wird.
Ausschnitt Grünwettersbach
Der
Grünstreifen im Mittelgrund
kennzeichnet den Verlauf des Wettersbachs. Der kleine Turm des
Trafohauses ungefähr in der Bildmitte steht am Wettersbach, in der
ehemaligen Bachgasse. In der Tiefe des Tals liegen meist ältere
Häuser mit roten Dächern, neuere Häuser finden sich oberhalb an den
Talhängen und Hochflächen.
Der Wettersbach
Das
Bachbett ist teilweise mit Buntsandsteinblöcken befestigt; im
Ortsbereich
schneidet sich das Gewässer in den Oberen Buntsandstein ein. Normalerweise führt der Wettersbach nur
wenig Wasser, schwillt aber bei Schneeschmelze, Regengüssen und
Unwettern stark an. Dieser Wetterabhängigkeit verdankt der Bach auch
seinen Namen.
Wettersbach
Der
kanalisierte Bach verläuft heute im Ortsbereich teilweise unterirdisch.
Bei den häufigen Unwettern des
Jahres 2008 mit vielen großen Überschwemmungen in Baden-Württemberg ist die Frage
berechtigt, ob der Bachquerschnitt die Wassermassen eines starken Unwetters wie im August 1837
in Grünwettersbach, bei dem die
Ernte vernichtet und Häuser und Wege beschädigt wurden,
aufnehmen kann.
Lammplatzbrunnen
Der offizielle Name des Brunnens kommt vom ehemaligen Gasthaus "Zum
Lamm", das früher hier stand.
Das
rechte Bild deutet die Entstehung
des Spitznamens des Brunnens an: Kiwwelscheisserbrunnen.
Die
Grünwettersbacher hatten den Spitznamen "Kiwwelscheisser", weil sie im
Sinne einer Fäkalienwirtschaft auch menschliche Exkremente in einem
Kiwwel (Kübel) sammelten und zum Düngen der Felder verwendeten.
Die Hauptverkehrsader des Orts ist
die Straße "Am Wetterbach"
Im
Mittelgrund links das Rathaus mit kleinem Dachreiter, oberhalb die alte
Schule und im
Hintergrund die Kirche. Das Gasthaus "Adler" mit schönem Gewölbekeller
ist leider seit einigen Jahren geschlossen.
Die evangelische Kirche
Der
romanische Turm deutet mit Gardinenfries, gekuppelten
Rundbogenfenstern, Zahnschnittkante und zwei mystischen Köpfen
(s.u.) im
unteren Bereich sein hohes Alter an. Da die Kirche bereits 1278 zum
ersten Mal erwähnt wird , ist dieser Turm - evtl. schon aus dem 12.
Jhdt. - das älteste Bauwerk von Grünwettersbach.
Turmausschnitt mit den steinernen
Köpfen
Die Steinmasken werden auch Kapuzinerköpfe genannt.
Das
jüngere Kirchenschiff ist ein
schlichter Barockbau und stammt aus dem Jahr 1782, damals erhöhte man
auch den romanischen Turm mit
Glockenstube und Turmhelm. Beide sind heute - wie das Langhaus -
mit Schieferplatten verkleidet bzw. gedeckt.
Hinweisschild an der Kirche
Die "Schneller-Burg"
In diesem Haus etwas oberhalb der
Kirche arbeitete seit 1925
der Kunstmaler Albert Schneller (1882 - 1970)
Hier zwei Beispiele seiner
expressionistischen Bilder (Privatbesitz R. Six)
In Grünwettersbach erinnert noch
Manches an die vormals bäuerliche Prägung des Orts.

Wingertgasse
Die
Scheune zeigt deutlich, dass das Gebäude früher landwirtschaftlich
genutzt wurde. Der Stall lag im unteren Stockwerk, die Wohnung ist über
eine Freitreppe zugänglich. Der untere Teil der Wingertgasse gehört
zum alten Dorfkern. Im
mittleren und oberen Teil gab
es früher Weingärten.

Die Scheune hinter dem modernisierten Wohnhaus zeigt an ihrer zum Bach
gewendeten Rückseite ein altes Fachwerk, dessen Gefache noch mit
Flechtwerk und einer Stroh/Lehmmischung ausgefüllt sind.

Weitere Scheunen im früher bäuerlich geprägten Bereich der Hauptstraße
"Am Wetterbach"

Ehemaliges Bauernhaus - Busenbacher Straße

Am Wetterbach
Das große Einfahrtstor ist ein Hinweis auf die ehemals
landwirtschaftliche Nutzung der Gebäude.
Obsthof
Heute
befinden sich landwirtschaftliche Haupterwerbsbetriebe
nur noch als
Aussiedlerhöfe auf
der Gemeindeflur.

Streuobstwiesen um den Ort prägen das Landschaftsbild und bieten vielen
Tieren Lebensraum.

Steinbruch Schäfer - der letzte Steinbruch auf Grünwettersbacher
Gemarkung
Der Blick in den Bruchhof zeigt einen Steinmetzbetrieb im
Buntsandstein, wo u.a. Mauersteine, Grabsteine, Sandsteintröge
hergestellt werden.

Teilbereich (obere rechte Ecke) aus dem vorherigen Bild
Im
Hintergrund sieht man das anstehende Gestein: Oberer Buntsandstein, hier Pfinzsandstein. Dieser Sandstein war ein
häufig genutzter Werkstein der Umgebung und wurde früher in vielen
Steinbrüchen abgebaut und in den umliegenden Städten und Dörfern
verwendet.
Ehemalige Tabakwarenfabrik
In dem
großen Buntsandsteinkomplex am nördlichen
Ortsanfang produzierte ab Ende des 19. Jahrhunderts die Firma "Rieger
und Company" zunächst Zigarren im südlichen (linken) Gebäude, im später
dazu gebauten nördlichen Gebäudeteil dann auch andere Tabakwaren. Unter
wechselnden Besitzern wurde die Tabakwarenherstellung bis Mitte des 20.
Jahrhunderts fortgesetzt. Ab 1955 produzierte hier eine Wäschefabrik.
Heute wird das Gebäude teilweise von einem "Fitness-Treff"
genutzt.

Gewerbegebiet Seeplatte
Im
Bereich der "Seeplatte" haben sich einige Gewerbebetriebe angesiedelt.
Früher kam es hier bei Schneeschmelze oder stärkeren Regenfällen
gelegentlich zur Bildung eines kleinen Sees.

Reikertstraße
Neubaugebiete befinden sich an den Hängen und beiderseits oberhalb des
Wettersbachtals.

Rötlingweg

Der Funkturm
Er
steht mit einer Bauwerkshöhe von 144 m auf ca. 320 m Meereshöhe
und bildet damit den höchsten
Punkt von Grünwettersbach und Karlsruhe.
Bergdorf Grünwettersbach - Blick von der Horfstraße nach Norden
Bilder
Mai und August 2008
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