Palmbach

  

Der Waldenserort Palmbach wurde 1701 von Glaubensflüchtlingen am Rand der Gemarkung des noch bis 1806 württembergischen Dorfs Grünwettersbach gegründet. Der Name des Herkunftsorts "La Balme" wurde zunächst übernommen, im Laufe des 18. Jhs. in Palmbach geändert. Auch die Umgangssprache im Ort änderte sich allmählich von Französisch zu Deutsch. Die Gemeinde war ursprünglich von der Landwirtschaft geprägt. Im Zuge der Industrialisierung wurden viele Kleinbetriebe zu Nebenerwerbsbetrieben. Nach dem 2. Weltkrieg verschwanden die landwirtschaftlichen Betriebe fast ganz aus dem Dorf. Das auf der Höhe am Oberrheingrabenrand gelegene "Bergdorf" wandelte sich zu einem Wohnvorort der benachbarten Großstadt Karlsruhe. Nach dem Versuch, durch einen Zusammenschluss mit Grünwettersbach zum Ort Wettersbach die Eingemeindung nach Karlsruhe zu verhindern, wird Palmbach 1975 ein Stadtteil von Karlsruhe.
Bilder vom April 2009



Henri-Arnaud-Straße
Der Blick vom nordöstlichen Ortsrand nach Süden entlang der das Dorf querenden Henri-Arnaud-Straße zeigt die tiefer liegende Kirche im Bereich der Talstraße und den darauf folgenden Wiederanstieg.


Evangelische Waldenserkirche und Pfarrhaus an der Talstraße
Die neugotische Kirche wurde 1906 aus Pfinzsandstein erbaut.


Infoschild an der Kirche


Innenraum der Waldenserkirche
Die Tafeln zu beiden Seiten des Altars (s. u.) stammen aus der Vorgängerkirche und sind französisch beschriftet.

  
Auf der linken Tafel stehen die zehn Gebote, die rechte Tafel erinnert an die Einweihung der Vorgängerkirche am 11. Juli 1725


Ausschnitt aus der früher genutzten französischen Altarbibel der Waldenser in Palmbach


Hinweis neben der Alten Bibel


Glasfenster an der Ostseite der Kirche
Das Glasbild zeigt Personen in Waldensertracht. Es erinnert an die Glaubenskämpfe der Waldenser; der Schwerträger mit der Bibel im Zentrum soll Henri-Arnaud darstellen. Das Fenster befindet sich über der ehemaligen Männerempore.



           

     
Auf dem Friedhof von Palmbach erinnern noch manche Namen auf den Grabsteinen an die französische Herkunft vieler Palmbacher.


Auch der Ausschnitt aus dem Gefallenendenkmal ist von französischen Nachnamen geprägt.


Kreuzung Talstraße mit Henri-Arnaud-Straße, Blick nach Osten
Die breite Hauptstraße unterscheidet sich von schmaleren Straßen in früher gegründeten Ortschaften und zeigt heute auf den ersten Blick  kaum noch Anklänge an das ehemals landwirtschaftlich geprägte Dorf. Früher verlief hier in der Tiefenlinie des Tals ein kleiner Bach, der neben mehreren Brunnen (=> Straße Brunnenfeld) der Wasserversorgung diente. Dieser Bach wurde später verdohlt.

  

  
Bäuerlich  geprägte Anwesen in der Talstraße
Fast alle landwirtschaftlichen Betriebe sind heute aus dem Dorf verschwunden - aber Hofanlagen und Scheunen erinnern noch an das ehemalige Bauerndorf. Die landwirtschaftlichen Flächen um den Ort werden zur Zeit von zwei verbliebenen Betrieben bestellt.


Rat- und Schulhaus in der Henri-Arnaud-Straße







Die Zentrale von Physik Instrumente (PI) am Ostrand von Palmbach
Die Firma arbeitet weltweit für Industrie und Forschung im Bereich von Nanopositionierung und Motion-Control-Systemen. Im Vordergrund ein Rückhaltebecken, das verhindern soll, dass die Talstraße bei Starkregen überflutet wird.


Neues Gewerbegebiet " Im Winterrot"
Im Bereich der Rudolf-Link-Straße entsteht ein neues Gewerbegebiet. Im Hintergrund der Stammsitz von PI.


Wohnbaugebiet "Ob den Gärten"
Am südlichen Ortsrand wird ein neues Wohnbaugebiet erschlossen.


Blick vom Südrand Palmbachs nach Südwesten
Der Ort liegt auf der Alb-Pfinz-Platte im Übergangsbereich zwischen Kraichgau und Schwarzwald-Randplatten. Die wellige Hochfläche ist von Löß und Lößlehm bedeckt.

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