Nach der Ausschiffung in Tanger gings zu einem kurzen Versorgungshalt zum Supermarkt Marjane an der Straße Richtung Rabat. Wir fuhren nur bis Asilah, machten auf dem Campingplatz As Saada ein gemütliches Mittagsvesper im Sonnenschein und dann noch einen kleinen Bummel durch die immer wieder interessanten Gassen der Altstadt.


Campingplatz  As Saada in Asilah


Ausschnitt der Altstadt von Asilah

Am nächsten Tag fuhren wir bis kurz vor Midelt, auf den Campingplatz Timnay. Hier war es ziemlich kalt, so dass wir abends heizen mussten und zum Abendessen im dortigen kühlen Restaurant unsere Skiunterwäsche anzogen - was uns auch zu einem gemütlichen Abend im Restaurant verhalf. Wegen der Kälte zog es uns schnell in wärmere Gefilde, weswegen wir am nächsten Morgen gleich weiter Richtung Merzouga fuhren. Unterwegs bewunderten wir noch die Herbstfärbung der Laubbäume im Ziztal und einen artesischen Brunnen.
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Flußoase des Ziz


Artesischer Brunnen

Bei Merzouga  suchten wir uns in der Camping-Auberge Kasbah Mohayut einen Platz im hinteren Hof. Wir blieben drei Tage, machten Spaziergänge in die Dünen und Ausflüge in die Umgebung und genossen das gute Essen im Restaurant der Auberge. Endlich war es auch tagsüber schön warm.
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Kasbah Mohayut/Stellplatz

         
In der Auberge                                                                                    Bitterkürbisse, im Hintergrund der temporäre See Dayet Sri


Erg Chebbi: hier gibt es die höchsten Dünen Marokkos, bis 200m hoch


Erg Chebbi


Erg Chebbi


Staubige Fahrt auf der Teerstraße nach Taouz

Die Reise ging erst entlang der Dünen in Richtung Erfoud weiter, dann bogen wir bei der Auberge Derkaoua nach SSW ab und kamen so wieder auf die Teerstraße nach Rissani weil wir ja in Richtung Tazzarine weiter wollten.  Wir fuhren durch südliche Ausläufer des Dj. Siroua bis nach Nkob und gingen in den schönen neuen dortigen Campingplatz.
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Bergzüge des Dj. Ougnat


Einfahrt des Campingplatzes in Nkob

Weils uns gefiel blieben wir hier noch einen Tag. Wir machten eine Pistenfahrt zum Wahrzeichen des Dj. Siroua, zum Bab n'Ali und besichtigten unterwegs noch ein aufgelassenes Bergwerk, wo Schwerspat auf Gängen über und unter Tage abgebaut wurde.


Bergwerksstollen. Rechts unten, weiß => Schwerspat


Bab n'Ali, zwei inselbergartig herauserodierte Felstürme aus sehr altem, metamorphisierten Sandstein

Weiter gings nach Zagora, wo wir die Weihnachtstage verbringen wollten. Der schöne Campingplatz Oasis Palmier gefiel uns sehr gut. Ganz Zagora wartete auf den Besuch des Königs - wir machten einen kleinen Ausflug nach Tamegroute und besichtigten die Töpferkooperative. Nach der Weihnachtsbescherung in unserem Reisemobil genossen wir im Hotel Palais Kasbah Asmaa ein köstliches Weihnachtsbuffet.


Campingplatz Oasis Palmier


Folkloregruppe wartet musizierend auf den König


Die typischen, grünen Töpferwaren von Tamegroute


Kleine Weihnachtsfeier im "Geko" => So heißt unser Reisemobil => Gelbes Konstrukt.
Aber auch die Assoziation zum Gecko gefällt uns, weil der auch so gut klettern kann ;-)


"Königlich" geschmückter Eingang vom Hotel Palais Kasbah Asmaa

Unser nächstes Ziel war der Campingplatz in Agdz. Wir besichtigten - geführt von der sehr netten Frau des Besitzers - die Kasbah am Campingplatz.


Campingplatz La Palmeraie, im Hintergrund die Kasbah


Blick von der neueren zur alten, baufälligen Kasbah im Hintergrund

Als nächstes steuerten wir Ouarzazate an, um im Supermarkt Dades unsere Vorräte wieder etwas aufzufüllen - Brot und Wasser gibt es ja überall, aber ein Badner braucht auch mal wieder ein paar neue Weinvorräte . . . ;-)  Auf der Weiterfahrt Richtung Taliouine entschieden wir uns bei der Abzweigung nach Ait Benhaddou spontan zum Abbiegen, weil wir dort schon lange nicht mehr gewesen waren. Da wir nicht in den Touristenrummel im neuen Dorf geraten wollten, fuhren wir schon etwas südlich vom Ortsanfang auf eine Piste, die zunächst südöstlich zurück und dann ins Wadi führte, wo wir schließlich  mit ein paar Wasser- und Schlammpassagen nach Norden bis vor die Mauern der alten Siedlung kommen konnten. Nachdem wir gemütlich  durch die alten Gassen von Ait Benhaddou gebummelt waren, gings zurück ins neue Dorf auf den Stell-/Campingplatz beim Hotel Kasbah du Jardin. Da im Routard das Essen im Dar Mouna als "bonne cuisine" gelobt wurde, gingen wir dorthin - bekamen aber nur teures, ziemlich mieses Essen.
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Blick über das Wadi auf Ait Benhaddou


Zerfallendes Weltkulturerbe

       
Enge, gedeckte Durchgänge                                                             Blick auf Siedlung und Wadi

Bei der Weiterfahrt Richtung Taliouine ließen wir uns von einer Asphaltstraße, die wir noch nicht kannten, verleiten, gleich nach Süden Richtung Tata abzubiegen. Die Straße über Agadir Melloul erwies sich als landschaftlich sehr schöne Strecke durch den Antiatlas. In Tata standen wir dann wieder mal auf dem Camping Municipal.
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Fahrt durch den Antiatlas


Eine schön ausgeprägte Falte

Weil der Campingplatz in Tata ziemlich voll war, starteten wir am nächsten Tag weiter Richtung Guelmim. Nachdem uns südlich von Bou Izkarne ein Militärlaster, der ausscherte während wir gerade überholten, beinah von der Straße geschmissen hätte, besichtigten wir den Campingplatz International bei Guelmim - und fanden ihn ziemlich abscheulich. Deshalb gings weiter nach Abeinou, wo wir vor dem Hotel beim Männerbad standen und im Restaurant gut essen konnten. Unser nächster Halt war dann in Ksar Tafnidilt (bei Tan-Tan) im Wadi Draa. Von dort machten wir an Silvester eine Pistenfahrt - ich sollte vielleicht mal sagen, dass unser Sprinter ein Iglhaut-Allrad ist - vom Wadi Draa Richtung NW und freuten uns über die schöne Landschaft.
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Auberge/Camping Ksar Tafnidilt. Blick über Wadi Draa zum ehemaligen Fort Tafnidilt


Nebental von Wadi Draa mit Sandrampen und Euphorbien


Landschaft nördlich Ksar Tafnidilt

Und hier ereilte uns das Schicksal. Die rote Ölkontrolllampe leuchtete auf und ein Blick unter das Auto - die Motorhaube ging erst nach Abkühlung auf - zeigte, dass aus dem Motorraum unten Öl raustropfte. Nach dem ersten Schock fuhren wir mit dem Rest Öl - das sich nach dem Ausschalten des Motors wieder gesammelt hatte, die Kontrollampe war dann wieder aus - zurück nach Ksar Tafnidilt und nach dem Öffnen der Motorhaube sahen wir, dass wir den Deckel des Öleinfüllstutzens verloren hatten - wie geht denn sowas?


Das Schreckensbild von unten . . .


. . .und von oben - überall Ölpfützen!

Da hier noch ein anderes Auto einen Schaden hatte, war glücklicherweise ein Mechaniker aus Tan-Tan da, der sich unser Problem anschaute und am nächsten Morgen einen neuen (alten) Deckel und Öl aus Tan-Tan brachte. Wir füllten 5 Liter  Öl ein und der Motor schnurrte wie immer. Uff, ein Stein war vom Herzen gefallen.Wir steuerten dann Akhfenir an und dort die Campingauberge Courbine d'Argent direkt am Atlantik.
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Blick vom Strand zur Auberge hinter deren Mauern wir windgeschützt standen - ganz links,
man sieht gerade noch die Zinnen der Mauer des Campinghofs

Es gefiel uns hier, gab gutes Abendessen und so blieben wir auch hier noch einen Tag und machten Spaziergänge am Strand, wo große Muscheln - für die Enkel - in Massen zu finden waren. Der folgende Tag war einem Pistenausflug zu den Wadis und Sebkhas östlich von Küste und Hauptstraße gewidmet.


Diese seltsamen Pilze fanden wir neben dem Campingplatz - weiß jemand wie die heißen?
Nachtrag 09.08:
Dank Günther Schulz weiß ich jetzt, dass das keine Pilze sind, sondern seltene pilzähnliche Schmarotzerpflanzen mit dem Namen Malteserschwamm


Mit Seepocken besetzte Miesmuschelbänke und korallenartige Gebilde


Salzwasserkarst => durch Lösung zerlöcherter Kalkstein



Einsame Landschaft östlich der Hauptstraße

Weiter nach Süden machten wir erst einen kleinen Abstecher zum Naturschutzgebiet Naila und dann schauten wir in Tarfaya das Denkmal zur Erinnerung an Saint Exupery an.


Bick über die Lagune des Naturparks


Denkmal in Tarfaya

Unsere nächste Station war der Campingplatz Le Roi Bedouin - ca. 30 Km nördlich von Layoune. Da wir schon öfter hier waren, blieben wir nur einen Tag - die Zeit reichte aber für einen kleinen Spaziergang in der Umgebung.


Blick über die Sebkha Oum Dba, eine Salztonebene an der der Campingplatz liegt. Im Vordergrund
ein kleiner Zufluss, der an der Steilkante eine schöne Kalktuffbildung (siehe nächstes Bild) verursacht


Kleiner "Wasserfall" über die Kalktuffbarriere.
Im Hintergrund der Campingplatz

Nächstes Ziel war der El Marsa, der Hafen von Layoune. Im Fischereihafen lagen unzählige Fischkutter aus denen kistenweise Sardinen in Fischtransporter verladen wurden. Wir bummelten noch am verlassenen Strand von Foum El Oued - dem Badeplatz von Layoune - entlang und übernachteten im Campingplatz Nil.


El Marsa/Fischereihafen - über eine Menschenkette werden hier die Fische entladen


Einfahrt zum Camping Nil


Camping Nil - starker Wind bläht den Windschutz unten am Fahrzeug auf

Hier hielt es uns auch nicht lange, es ging weiter in Richtung Smaara. Wir warfen einen Blick in die Seguiet el Hamra und stoppten in Smaara um Zaouia und Moschee wenigsten von außen zu besichtigen.


Blick über die Seguiet el Hamra


Wüstenhafte Landschaft westlich von Smaara


Moschee in Smaara

Von Smaara weiter nach Norden, wo wir seltsame Rundhäuschen entdeckten.


"Rundhäuschen" südlich Abetteh
Diese und andere Häuschen in der Umgebung sind Reste einer ehemaligen spanischen Kaserne. Dank für die Info an G. Schulz.

Nachmittags kamen wir dann nach El Ouatia. Dort folgten wir wieder mal einer Routard Empfehlung und aßen diesmal u.a. guten Fischcarpaccio und Tajine de fruits.

Moschee in El Ouatia

Anschließend steuerten wir Amtoudi an und stellten uns auf den Campingplatz gleich links am Ortsanfang mit schönem Blick auf den Agadir Id-Aissa. Wir waren aber zu bequem, ihn zu besteigen. Dafür wanderten wir am nächsten Vormittag weiter in die Schlucht hinein, auf schmalen Pfaden durch die Oasengärten vorbei an der Speicherburg Aglaoui bis zu den Gueltas.


Campingplatz in Amtoudi


Agadir Id-Aissa

    
Durch die Palmengärten . . .                                                   . . .zu den Wasserbecken . . .


. . . in der eindrucksvollen Schlucht - in den Gueltas gab es sogar kleine Fische


Interessante Spiegelungen


Agadir Aglaoui - hoch über dem Palmenhain

Schon auf der Fahrt vor zwei Wochen von Tata nach Guelmim hatten wir eine asphaltierte Abzweigung nach Norden mit einem Schild "Tafraoute 111 KM" gesehen - die wollten wir jetzt ausprobieren. Wir fuhren also von Amtoudi zurück auf die Hauptstraße (N 12) und weiter Richtung Osten bis zum Abzweig nach Norden mit dem Schild "Tafraoute". Wir ahnten nicht, was uns erwartete: Nach ein paar Kilometern Fahrt in dem schönen Tal wurde der Asphalt zu Schotter, bald wurde dann die Straße eine Piste im Wadi, es ging durch enge Palmengärten, zwischen Mäuerchen hindurch und schließlich einen steilen, schmalen Paß, natürlich ohne Randsicherung teils in Serpentinen hinauf. Oben wurde die Piste wieder ordentlicher und wir kamen dann auch tatsächlich über Izerbi - wieder auf Asphalt - nach Tafraoute.


Die Straße wird zur Piste . . .


. . . und geht im Wadi weiter.


Man fährt durch die Palmengärten . . .


. . . und die schöne Schlucht.


Es geht bergauf und wird langsam etwas ungemütlich.


Aus diesem "Loch" sind wir hochgeklettert.
Für Interessierte folgt unten der ungefähre Pistenverlauf



In Tafraoute erholen wir uns erst mal auf dem Campingplatz "Les trois Palmiers". Am nächsten Vormittag klettern wir durch die Granitlandschaft in der Nähe und kaufen dann natürlich noch Babouches im Souk.


Einfahrt zum Campingplatz - große Fahrzeuge können links daneben stehen


Typische Wollsackverwitterung im Granit - d.h. Ansetzen der Verwitterung an Klüften, Erweitern der Klüfte,
Abrundung der Kanten und Gesteinsblöcke und dadurch Entstehen der rundlichen Formen (Wollsäcke)


Hier ein Beispiel von Tafonibildung/Schattenverwitterung - Ansammlung von Feuchtigkeit  im Schatten der
Gesteinsblöcke und durch Abgrusung Entstehung von Nischen und Hohlräumen


Pantoffeln aus Tafraoute

Die nächste Übernachtung war in Aglou Plage, auf dem Campingplatz Aglou Plage. Hier wimmelte es bereits - Weihnachten und Silvester waren vorbei - von Wohnmobilen. Wir spazierten in den Ort und am Strand in Richtung Nordosten wieder zurück. Nach dem Sandstrand wird es felsiger und an der Steilküste gibt es richtige Blowholes unterhalb eines "Cafes"


Der Campingplatz - schöner wirds nicht . . .


Ein Blowhole - bei starker Brandung wird das Wasser unten in eine Höhle der Steilküste gedrückt
und durch ein Loch in der Decke teilweise nach außen geblasen

Der nächste Stopp war in Agadir, Camping Municipal - wir wollten etwas einkaufen und mal was anderes essen als Tajine. Der Campingplatz war eigentlich ein französisches Winterlager, die Womos hatten ihre Plätze mit Zäunen und Stoffmatten abgegrenzt, es gab extra Nebenzelte, überall riesige Sat-Antennen und es wurde eifrig gegrillt und auf den Wegen Boule gespielt. Wir aßen mal wieder gepflegt im asiatischen Restaurant Phi Long, zu dem man vom Campingplatz bequem hinlaufen kann.


Camping Municipal in Agadir

Hier hielt es uns natürlich auch nicht lange, wir fuhren weiter nach Norden zum Campingplatz La Calme in der Nähe von Essaouira. Da gefiel es uns ausnehmend gut, so dass wir noch einen Tag dranhängten und mal wieder durch Essaouira bummelten.


Auf dem Campingplatz La Calme in Souk Arbaa Idaogord bei Essaouira neben einem Arganienbaum


Erst besuchten wir den christlichen Friedhof in Essaouuira - ein ziemlich trostloses Bild

      
Überall gibt es romantische Winkel . . .


. . . und Durchgänge . . .


. . . aber auch vernachlässigte Ecken, wie hier in der Mellah

Wir machten dann eine Zwischenübernachtung in der Nähe von Casablanca, in Dar Bouazza - Camping Oasis dar Bouazza. Wir wären fast dran vorbei gefahren, weil der Platz nicht gerade deutlich ausgeschildert ist. Nur das Hinweisschild zum Souk - neben dem er sein sollte - hat uns hingeführt. Unser letzter Stopp in Marokko war Asilah. Wir fuhren in den Campingplatz As Saada, wurden aber wieder hinauskomplimentiert - warum auch immer. Am Tag vorher hatte es furchtbar geschüttet, vielleicht war da was kaputtgegangen? Dann stellten wir uns halt zu den Wohnmobilen beim Bab al-Bahar am Hafen, wo wir nach einem letzten Bummel durch die Stadt noch einen schönen Sonnenuntergang bewunderten.


Kleine Moschee oder Marabout?


Am nächsten Tag ging die Fähre ab Tanger, sie war wieder ganz schön voll - aber wir bangten nicht so stark wie bei der Herfahrt - obwohl wir auch diesmal wieder fast als letzte reinkamen. Nach einer letzten Übernachtung in der Nähe von Beaune - ganzjährig offene Campingplätze sind in der Ecke selten - kamen wir am 19. Januar - nach ca. 6800 gefahrenen Kilometern - wieder wohlbehalten in Karlsruhe an.

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