Wolfartsweier



Der Ort wird als "Wolvoldeswilere" bereits in einer Urkunde von 1261 genannt. Er liegt an der Einmündung des Wettersbachs in den Oberrheingraben. Diese Lage war einerseits günstig für die Wasserversorgung des Orts, andererseits bedeutete sie eine Gefahr durch Hochwasser - worauf der Name "Wettersbach" ja schon hinweist. So richteten z.B. Unwetter 1741 und 1837 große Schäden an.


Dieser Gedenkstein an der Verbindungsstraße Wolfartsweier/Grünwettersbach erinnert an ein Unwetter 1837. Es wurden mehrere Häuser weggerissen und im Dorf und der Flur ein Schaden von ca. 50 000 Gulden verursacht.

  
Ausschnitt des Gedenksteins  mit beigefügter "Lesehilfe"
Der Gedenkstein drückt den Dank der Wolfartsweirer nach dem Unwetter für die Hilfe  von Landesherrn und Edlen der Stadt Karlsruhe aus. Das Gewitter hatte damals zu einem schweren Hochwasser des Wettersbachs geführt. Heute ist der Wettersbach im Dorfbereich verdolt, zwei Rechen im Bachbett am Anfang des Orts schützen vor Verstopfung des Durchflusses - beinhalten aber die Gefahr, bei Hochwasser selbst mit Treibgut zugesetzt zu werden und den Bach am oberen Ortsanfang überlaufen zu lassen . . . .

  
Links der obere Rechen, rechts der untere mit einem kleinen gelben Bagger zum Entfernen von Treibgut

Wolfartsweier war zunächst  ein Bauerndorf, wandelt sich aber mit den entstehenden Arbeitsplätzen in den Fabriken in Durlach und Karlsruhe allmählich  zu einer Arbeiterwohngemeinde. 1973 wurde Wolfartsweier im Zuge der Gemeindereform ein Stadtteil von Karlsruhe.


Altes Fachwerkhaus in der Nordoststraße


Die Katze
Einen ganz besonderen Kindergarten in Katzenform schuf Tomi Ungerer für Wolfartsweier.


Jakobskirche
Die Kirche mit dem alten Turm steht am Rand des ummauerten Friedhofs





Das alte Rathaus




Hier nochmal ein Frühlingsbild , damit man auch das Dach mit dem Dachreiter sieht.


Wolfsbrunnen
Der Brunnen vor dem alten Rathaus zeigt im Brunnenstock einen Wolfskopf.  Der aus einem großen Sandsteinblock gearbeitete Brunnentrog mit der Jahreszahl 1864  war wohl früher ein Teil einer Weinkelter.


Steinkreuzstraße
Mitten durch den Ort führte bis 2005 die B 3. Der minimale Gehweg rechts deutet das Verkehrsproblem an - es handelte sich bei einer Minimalbreite unter 6 m um die engste Ortsdurchfahrt einer Bundesstraße in Deutschland. Die Radarmessanlage links ist der Versuch, die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h auch durchzusetzen. Mittlerweile wurde durch eine Umgehungsstraße der Ort etwas entlastet. Da aber immer noch zuviel Durchgangsverkehr die kürzere Strecke durch den Ort nimmt, soll ab 2011 durch Umbaumaßnahmen in der Steinkreuzstraße die Durchfahrt weiter eingeschränkt werden. Man hofft, damit dann nur noch den Quell- und Zielverkehr im Ortskern zu haben.


Steinkreuzstraße
Die großen Toreinfahrten der traufständigen Häuser erinnern noch an die frühere landwirtschaftliche Nutzung.


Steinkreuzstraße 33
Das ehemalige Gasthaus "Zum Rössle" bestand bereits 1746. Das heutige Wohnhaus hat ebenfalls eine große Tordurchfahrt.


Das zunächst etwas eigentümlich erscheinende Straßenschild erinnert daran, dass am Ende des 30-jährigen Krieges wahrscheinlich nur noch sieben Mann (also ohne Frauen und Kinder gezählt) in Wolfartsweier wohnten.


Das "Zündhütle"
Der Schrotturm von 1952 entstand im Werk der Firma Genschow & Co. Der Turm wurde zur Herstellung von Schrotkugeln verwendet. Die Firma war ein Nachfolger der Badischen Sprengkapsel-, Zündhütchen- und Munitionsfabrik. Bis 1972 wird das Werk noch von der Firma Dynamit Nobel betrieben. Dann werden die Werksgebäude abgerissen. Nur der Turm bleibt stehen und wird von der Uni KA für meteorologische Zwecke verwendet. Der Spitzname "Zündhütle" wird heute sogar als Bezeichnung für die naheliegende Straßenbahnhaltestelle verwendet.


Albert-Einstein-Straße
Im  Bereich der ehemaligen Munitionsfabrik entstand ein neues Wohngebiet.


Schlossbergstraße beim Freibad
Das Bild zeigt im Hintergrund die aufgeständerte Fahrbahn der Autobahn von Karlsruhe in Richtung Stuttgart. Der Autobahnaufstieg auf die Grabenflanke nutzt das Wetterbachtal und verursacht so erhebliche Lärmbelastungen für den Ort.
Interessant ist das Straßenschild "Burgstraße", das auf eine ehemalig Burg oberhalb des Orts hinweist. Man kann . . . .



Der Ausschnitt stammt aus dem Karlsruher Heimat- und Wanderbuch
von H. Linz aus dem Jahr 1937



Tk 25 von 1914
Auf dem Ausschnitt aus einer alten Topographischen Karte (1 : 25 000) vom Großherzoglichen Topographischem Büro von 1914 ist die Lage der Ruine ist deutlich zu sehen. Auch auf neueren Karten ist eine Ruinensignatur eingezeichnet, so dass man die Reste der Burg leicht finden kann. Der südlich der Ruine eingezeichnete "Denkstein" (s. o.) erinnert an das Hochwasser des Wettersbaches 1837. Ebenfalls interessant ist die Bezeichnung "Kohlplatte" im Süden des Kartenausschnitts - hier wurde wohl einst in einem Kohlenmeiler Holzkohle erzeugt. Der Ort selbst war  damals noch viel kleiner, die Autobahn durch das Wettersbachtal existierte noch nicht.


Burghügel
Die Burgstelle ist im Wald ist deutlich als Hügel zu erkennen - heute (2008) führt eine kurze Treppe hinauf zu einer kleinen Wanderhütte. Die Ruine liegt auf einer Höhe von 240 m, die GPS-Koordinaten sind: N 48° 58.331' und E 008° 27.479'


Wallgraben
Auch der dem Hügel vorgelagerte Wallgraben ist noch klar zu sehen - ohne den Holzabfall wäre es noch schöner . . .


Turmruine
Entgegen der Aussage im Text oben sieht man heute etwas aufgehendes Mauerwerk - offensichtlich konnten die unteren Steinschichten  wieder freigelegt werden.


Turmruine
Außer diesem Mauerrechteck von ca. 10 auf 9 Metern sind keine weiteren Mauern zu sehen. Für einen reinen Wachtturm ist der Grundriss etwas groß, so dass es sich hier wohl um eine bescheidene Turmburg gehandelt hat.


Burgmauer
Die Dicke der Mauer beträgt ungefähr 1.80 m, die verwendeten Mauersteine sind relativ klein.


Treibhäuser und Freilandgemüse
Die landwirtschaftliche Nutzfläche um den Ort wird heute zu einem großen Teil von Gärtnereien genutzt. Die Lage am Großstadtrand begünstigt den Absatz durch kurze Transportwege zu den Abnehmern.


Das - momentan brach liegende - Feld im Vordergrund kann über eine Beregnungsanlage mit dem nötigen Wasser versorgt werden. Die große Glashausanlage im Hintergrund  sorgt für frühzeitige Reife des Gemüses.


Im trockenen Frühjahr 2011 wird beregnet.


Blick von der Oskar-Ulmer-Brücke nach Südosten
Ausgedehnte Flächen sind hier mit verschiedenen Salatsorten bewachsen und können ebenfalls beregnet werden. Im Hintergrund große Treibhäuser und die östliche Flanke des Oberrheingrabens mit dem Einschnitt des Tiefentalgrabens.


Baumschule, Freilandgemüse, Treibhäuser


Die Gärtnereien betreiben neben dem Gemüseanbau auch Baumschulen, um u.a. den Bedarf von Gartenbesitzern decken zu können.

Bilder ohne Datum sind vom Mai 2008

Routenvorschlag: StraßenbahnhaltestelleZündhütle - durch die Gemüsefelder erst nördlich am Ort vorbei bis zum Hausengraben - nach Süden zum Ort - Wettersteinstraße - Abstecher Jakobskirche - Rathaus - Steinkreuzstraße nach Nordosten - Neubaugebiet/Albert-Einstein-Straße - über Tiefentalstraße zurück zur Straßenbahn.
Alternativ: von Steinkreuzstraße  über die Schlossbergstraße und Waldwege zur Burgruine und zurück

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