Neureut

Der  Ort befindet sich im  Norden der  Kernstadt. Das  Gebiet des Ortsteils erstreckt sich vom Kleinen Bodensee - einer ehemaligen
Rheinschlinge im Nordwesten von Neureut - in südöstlicher Richtung bis in den  Hardtwald. Wie der Name andeutet, handelt es um
eine Rodungssiedlung. Das  Dorf wurde wohl  Mitte des 13. Jhdts am westlichen  Rand des Hochgestades gegründet. N
eben der ur-
sprünglichen Siedlung
entstand im Jahr 1699  Welschneureut durch die Aufnahme von Waldensern. Seitdem gab es die beiden Teile
Teutschneureut und Welschneureut nebeneinander. Beide Orte wurden später unter dem gemeinsamen Namen Neureut (Baden) zu-
sammengelegt. Trotz großen Widerstands wurde  Neureut 1975 im Zuge der Gemeindereform nach Karlsruhe eingemeindet.



Neureut ca. 1914
Deutlich wird die erhöhte Lage am Westrand des Hochgestades: Die Schraffen, die das Dorf  in westlicher Richtung   begrenzen,
zeigen eine Böschung - das Hochufer - an. Der  Bahnhof  Neureut liegt 112 m hoch auf dem Hochgestade,
die Höhenangaben im
Tiefgestade - im Bereich Egelsee, Bruch, Lange Wiesen - liegen zwischen 102m und 105 m.
Der Kartenausschnitt zeigt auch zwei
klar unterschiedliche Siedlungsteile: Im Nordosten Teutschneureut mit breiter Hauptstraße und giebelständigen Häusern, die an
der rückwärtigen Seite von querstehenden Scheunen begleitet werden. In Welschneureut ist die Hauptstraße schmaler, Gebäude
erscheinen insgesamt etwas kleiner.

(Quelle: Karte des Großhzgl. Topogr. Bureaus, Ausschnitt aus Blatt 51, Karlsruhe, 1 : 25 000, revidiert 1914)

   
1914                                         Neureut                                     2014        

Am Rand der Großstadt ist auch der gesamte Ort Neureut in den letzen Jahrzehnten ganz gewaltig gewachsen.
Zum besseren Vergleich ist auf der Neureuter Hauptstraße die ehemalige Grenze zwischen den beiden Ortsteilen jeweils mit einem roten Punkt gekennzeichnet.

Quellen: links Topographische Karte  1 : 25 000 des Großherzoglich Topographischen Bureaus von 1914, rechts OpenStreetMap contributors, beide verändert

Bilder ohne Datum von November 2008



Lage am Hochufer
Links die Rheinniederung, das Tiefgestade, dann folgt der deutlich erkennbare Anstieg im Bereich des Hochufers.
Der Ort selber liegt auf dem Hochgestade (Niederterrasse).


Kreuzung Hauptstraße/Bärenweg
Der Blick nach Nordwesten zeigt im Mittelgrund deutlich einen schmalen gepflasterten Streifen.
Diese Linie ist die Grenze zwischen den ehemaligen Orten
Welschneureut im Süden (links) und
Teutschneureut im Norden.



Blick nach Nordosten über die gepflasterte Grenzlinie nach Teutschneureut


Blick nach Welschneureut von der selben Stelle wie oben  nach Südwesten
Beide Ortsteile unterscheiden sich in der Straßenbreite  - aber kaum im Erscheinungsbild.

  
Evangelische Kirche Neureut Nord/Nordkirche
Das ehemalige Teutschneureut wird von der evangelischen Kirche überragt, die 1888 in neugotischem
Stil fertig gestellt wurde.

  
Zwei prächtige Gebäude in der Hauptstraße von Teutschneureut

  

  
Nr. 242                                               Hauptstraße                                            Nr. 290
Links eines der wenigen Fachwerkhäuser in Teutschneureut, das trotz einer Modernisierung weitgehend noch den Original-
zustand zeigt. Rechts ein Fachwerkhaus, das durch Modernisierung der Fassade einen "städtischeren" Eindruck erwecken
will. Bei vielen Fachwerkhäusern von Neureut ist das Fachwerk heute völlig verputzt.



Hauptstraße 123 (Welschneureut)
Im Bild ein Haus, dessen Abmessungen noch darauf hinweisen, dass es wohl ebenfalls
ein  Fachwerkhaus ist /war. Durch  Umbauten (Doppelhaus/Dachgauben) und Verputz
ist aber nichts mehr vom Fachwerk zu sehen. Scheune und Schuppen im Hintergrund
deuten jedoch noch eine ehemals bäuerliche Nutzung an.



Hauptstraße 127 (Welschneureut)
Auf dem Nachbargrundstück des im vorigen Bild dargestellten Hauses wurde die
gesamte alte Bausubstanz abgetragen und durch Neubauten ersetzt.



Hauptstraße 205/207 (Teutschneureut)
Auch im ehemaligen  Teutschneureut sind  Veränderungen vom Bauerndorf zum Vorort
einer Großstadt sichtbar: Im Mittelgrund ist rechts ist noch ein altes, kleines ehemaliges
Fachwerkhaus sichtbar - im Hintergrund sieht man noch Schuppen und auch die Dächer
(hinten
rechts) ehemaliger Scheunen. An der Hauptstraße steht rechts bereits ein zweige-
schossiges Wohnhaus. Und links hinten wurde - wohl am Platz einer früheren Scheune -
 mittlerweile auch ein Wohnhaus errichtet.



Hauptstraße 179/181 (Teutschneureut)
Auch hier deuten Schuppen und die Scheunenreihe im Hintergrund der Hauptstraße die
ehemals bäuerliche Nutzung an.

   

Rathaus (Hauptstraße)
Vor dem Sitz der Ortsverwaltung steht der Spundenfresserbrunnen. "Spundefresser" ist der Spitzname der Neureuter.
"Spunde" sind eine Art Klöße.



Hauptstraße (Teutschneureut) - Blick nach Norden, in Richtung evangelische Kirche

Folgt man der Hauptstraße weiter nach Norden, kommt man ab der Abzweigung der Grabener Straße in den Bereich Zinken.


Hauptstraße - Blick nach Norden
Auf den ersten Blick sieht es hier wie in einer herkömmlichen Vorortstraße aus . . .

   
. . . beim genaueren Hinsehen offenbart sich aber auch hier der ehemals dörfliche Charakter. Hinter den "modern"
verputzten/verkleideten Vorderfronten der giebelständigen Häuser verbergen sich kleine, teilweise umgebaute, früher
wohl landwirtschaftlich genutzte Gebäude (siehe auchFachwerk links und ehemalige Scheune im Hintergrund rechts).

   
Bushaltestelle "Am Zinken"
Zwischen den mehrfach umgebauten/erweiterten Häusern finden sich sogar noch Brachflächen.


Auch hier im Hintergrund eine querstehende ehemalige Scheune - dort sieht man noch alte Räder
eines Fuhrwerks und über dem Scheunentor eine Spielwaage zum Anspannen von zwei Zugtieren.


Nur die hinten querstehende ehemalige Scheune deutet noch die ehemalige landwirtschaftliche
Nutzung an.
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Im südwestlichen Teil der Neureuter Hauptstraße kommt man in den Ortsteil Welschneureut.


Welschneureut, Turm der Waldenserkirche


Hauptstraße (Welschneureut) Blick nach Südwesten zur Waldenserkirche


Die Waldenserkirche




  
Der "Waldenserstein" erklärt die Entstehung von Welschneureut.

  
Auf dem Südfriedhof in Welschneureut  findet man auf manchen Grabsteinen noch französische Nachnamen, die an
die Waldenser erinnern.

  

 


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Im Südosten des Stadtteils entstand zwischen Neureuter Querallee, Welschneureuter Straße und Unterfeldstraße ein neuerer Ortsteil.


Ein Einkaufszentrum bildet die Mitte dieses Bereichs.



Die Badnerlandhalle - ein vielseitig nutzbarer Bau für Veranstaltungen

   
                   Badnerlandhalle und Brunnen der Ortsteile                                                       Ein Ortsteil als Beispiel

Mitten durch diesen neuen Ortsteil verläuft ein Grünstreifen.


Blick vom Bärenweg nach Südwesten


Blick vom Bärenweg nach Nordosten


Dürerstraße

Der nördliche Bereich ist von Wohnblöcken geprägt.




Im südlichen Bereich (Bild unten) dominieren dagegen Einzel- und Mehrfamilienhäuser.


Blick in den Stephan-Lochner-Weg


Blick in den Michael-Pacher-Weg

   
Das Schulzentrum Neureut beherbergt unterschiedliche Schularten.


Die Straßenbahn (S1 und S11) verbindet Neureut mit der Kernstadt. Ein Bus fährt in den Ortsteil Kirchfeld.

Weiter mit Neureut Kirchfeld  und Neureut Heide oder dem
  Naturschutzgebiet Kleiner Bodensee

Ganz nahe bei Neureut - jedoch schon im Bereich des Ortsteils Knielingen - liegen auch
 Kläranlage und Kompostplatz von Karlsruhe.




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