Modellhaus

Der Markgraf förderte ab 1715 seine neue Stadtgründung mit Stadtprivilegien. Zu den Privilegien für Neubürger gehörte  u.a. ein kostenloser Bauplatz und Bauholz umsonst. Aber man musste sich nach den Vorschriften für das Modellhaus für Bürger richten, d.h. man musste einstöckig mit Mansardendach bauen. In der Kaiserstraße und in der Waldstraße ist jeweils noch ein Modellhaus erhalten.
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Eines der letzten erhaltenen Modellhäuser ist das "Seilerhäuschen" von 1723 in der Kaiserstraße. Bild von 2005
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Nur ein  weiteres Karlsruher Modellhaus existiert noch in der Waldstraße - es war lange unbewohnt und deshalb in desolatem Zustand.


Modellhaus Waldstraße 9 im Mai 2008
Dieses Haus stammt aus dem Jahr 1722.


Waldstraße
Das Bild zeigt im Hintergrund das Problem des Modellhauses und seiner ebenfalls alten Nachbarn: Das Ensemble der kleinen Häuschen ist eingezwängt zwischen großen Gebäuden. Die BBBank (Vordergrund) hat vor Jahrzehnten die kleinen Häuser für Erweiterungsbauten gekauft. Die denkmalgeschützten Häuser standen dann viele Jahre leer und verfielen zusehends, da die Bank sich lange nicht für ihr weiteres Vorgehen (Erhalt oder Abriss) entscheiden konnte. Mittlerweile war die Bank aber nun bereit, bei einem Neubau "ein Drittel"  dieser Häuser zu erhalten (BNN vom 15. Aug.08).

     
Waldstraße 5                                                                                      Waldstraße 7
Diese  Modellhäuser (1719 gebaut) wurden schon im 19. Jhd. durch den Umbau der Dachgeschosse zu einem vollwertigem Obergeschoss abgeändert, sie sind ebenfalls denkmalgeschützt und waren 2008 dennoch von Verfall oder Abriss bedroht. Durch den Einbau der - später verschlossenen - Schaufenster und Ausbauten im hinteren und oberen Bereich wurden sie zusätzlich stark verändert.


Waldstraße 5 - 9
Anfang 2009 sind die Häuser von einem Bauzaun umgeben und befinden sich anscheinend in einer Phase der Veränderung.


Waldstraße 5 - 9
Es geht tatsächlich vorwärts, hinter einer großen Plane versteckt sich eine Baustelle

  
Vorderseite                                    <=  Baustelle  =>                                          Rückseite
Die Bilder zeigen, dass zunächst die am stärksten beschädigten Gebäudeteile entfernt wurden. Da die Rückseite durch Um- und Anbauten bereits total verändert war, ist  sie komplett beseitigt worden, damit man den früheren Zustand wiederherstellen kann. Noch brauchbare Balken wurden für den Wiedereinbau aufgehoben. Ein Notdach schützt den Sanierungsbereich.

Die Instandsetzung ist fortgeschritten, ein neues Dach und die Rückwand sind schon fast fertig.


Waldstraße 5-9 nach der Sanierung
Die Häusergruppe vermittelt nun einen Eindruck davon, wie Karlsruhe früher aussah. Allerdings wurde nicht der Originalzustand zur Zeit des Baus (Anfang des 18. Jhs.) wiederhergestellt, sondern der Zustand ca. 100 Jahre später, als die Häuser schon Umbauten erfahren hatten. Den ursprünglichen Zustand zeigt nur das kleine Haus ganz rechts.

Vergleich vorher - nachher

  
Waldstraße 5
Die großen Schaufenster im Erdgeschoss wurden wieder verkleinert, die beiden äußeren Fenster im Obergeschoss haben anscheinend  nur noch einen äußeren Fensterladen. Dieser Schein trügt aber: der äußere Fensterladen ist jeweils doppelt, so dass - wie auf dem linken BIld zu sehen - das gesamte Fenster geschlossen werden kann. Bei genauer Betrachtung sieht man, dass die beiden äußeren Fenster auf beiden Bildern (vorher - nachher) nur außen Angeln für die Fensterläden haben, der alte Zustand also exakt wieder hergestellt wurde. Interessant ist auch der Eingang (rechts) in der Mitte der beiden doch etwas unterschiedlichen Häuser.

  
Waldstraße 7
Auch hier hat man die unharmonische Ladenfront im Erdgeschoss wieder auf einen früheren Zustand zurückgeführt. Offensichtlich war an diesem Haus genügend Platz, um Fensterläden an jeweils beiden Seiten der Fenster des Obergeschosses anzubringen.

  
Waldstraße 9
Das große Tor ist unten auf beiden Seiten mit Steinabweisern versehen, was wohl darauf hindeutet, dass hier früher Fuhrwerke eingefahren sind.

Die BBBank hat die Häuser nach der Fertigstellung erfreulicherweise drei Monate für eine Majolika-Ausstellung zur Verfügung gestellt. So konnte man auch einen Eindruck vom Innenausbau der ehemaligen Handwerkerhäuschen bekommen. Nach dem Ende der Ausstellung Mitte Juli 2010 wird der Komplex dann von der BBBank genutzt.

   
Die drei unterschiedlichen Häuser (linkes Bild) sind innen teilweise zu größeren, gebäudeübergreifenden Räumen zusammengefasst. Die schwarzen Stahlträger im Obergeschoss (rechtes Bild) markieren die ehemaligen Trennmauern zwischen den Häusern.


Erdgeschoss der Häuser Waldstraße 5 und 7, die Treppe rechts führt in die Kellerräume.


Steinernes Kellergewölbe


Ein schräges Fensterband sorgt auf der Rückseite des Obergeschosses für genügend Helligkeit.

   
Wo es möglich war, wurden alte Bauteile erhalten.
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Waldstraße 17
Dieses alte  Haus - in dem sich lange Zeit ein Antiquariat befand - ist gut gepflegt, im Mai 2008 befindet es sich im Umbau.  Der älteste Teil des Hauses wurde im Jahr 1718 (ältestes Haus der Innenstadt) gebaut.  Bei der Sanierung fand man im Hof  einen zugeschütteten Brunnenschacht und eine Sickergrube - also Hinweise auf ehemalige private Wasserversorgung und Entsorgung.

  
Waldstraße 17
Mittlerweile (Januar 2009) scheint die Sanierung fertig zu sein. Nun dient das Erdgeschoss als Galerie (Ausstellungen, Lesungen, Kleinkunst), in den Obergeschossen gibt es Wohngemeinschaften für Kunststudenten
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